Aktualisierung meiner Pomodoros2Desktop App

Der Benutzer Marius Mateescu machte mich auf einen Fehler in der Pomodoros2Desktop App aufmerksam. Importierte Pomodoros waren seit dem 02.03.2011 in iCal um einen Tag verschoben.
Der Fehler ist in der neuesten Version behoben worden. Bitte laden Sie sich das neue Pomodoros2Desktop herunter!
Für Benutzer der neuesten Version des Pomodoro Timers von Ugo Landini ist meine App überflüssig geworden. Ugo hat in der neuesten Version die iCal-Einbindung integriert.

Pomodoro App von Ugo Landini (Mac)

pomodoro-web
Die Leser meines Blogs kennen die Pomodoro App von Ugo Landini bereits aus verschiedenen Posts.

Seit kurzem steht die Version 1.1 in Apples App Store für 3,99 € zur Verfügung und ich habe die Gelegenheit genutzt, mir die neue Version einmal anzuschauen.

Zusammenfassung


Wer die Pomodoro Technik zur Fokussierung einsetzt, der ist mit diesem Programm bestens ausgerüstet. Es ist in der Erscheinung minimalistisch, extrem flexibel und bietet durchdachte Konfigurationsmöglichkeiten an. Es integriert sich unauffällig in den OS X Desktop und auf Wunsch in iCal und Twitter.
Meiner Meinung nach wird es nur von meinem echten, mechanischen Pomodoro Küchenwecker getoppt, den ich ab und zu ebenfalls einsetze.

Highlights


pomodoro_timer
Das Programm nistet sich in der globalen Menüleiste des OS X Desktops ein. Der Screenshot zeigt von links nach rechts die Pomodoro App bei 15:10 Minuten, Omnifocus mit 3 terminierten nächsten Aktionen, TimeLog, das meine Aktivitäten aufzeichnet und meine Dropbox.

Die Pomodoros werden in einer SQLite-Datenbank gespeichert, was mir die Sache sympathisch macht, weil ich so sicher bin, die Daten in jedem beliebigen Format weiter bearbeiten zu können.
Pasted Graphic

Mein Script zur Integration der Daten in einen iCal-Kalender ist in der aktuellen Version nicht mehr nötig, da die Pomodoros auf Wunsch inzwischen direkt in iCal gespeichert werden können.

Außerdem ist es möglich, den Pomodoro-Timer mittels Tastatur-Shortcuts zu steuern. Für Unterbrechungen und das Weiterlaufenlassen des Pomodoros ist das sehr praktisch, da dafür nicht unbedingt zur Maus gegriffen werden muss.

Die Statistiken sind ebenfalls verbessert worden. Neben den Pomodoros werden nun auch Unterbrechungen aufgeführt. Außerdem kann man die Datenbank im CSV-Format exportieren und so die Daten mit anderen Programmen, wie zum Beispiel mit Numbers, weiter verarbeiten.

Die übrigen Einstellungsmöglichkeiten sind weitestgehend gleich geblieben. Hier ein Überblick der Konfigurationsmöglichkeiten, die auf Wunsch aktiviert werden können:
  • Sprachausgabe der abgelaufenen Zeit
  • Benachrichtigung per Growl
  • Benachrichtigung per Twitter
  • Starten von Applescripts zu den verschiedenen Zeitpunkten eines Pomodoros (Start, Ende, Start Unterbrechung, Ende Unterbrechung, usw.)
Für die weitere Entwicklung ist eine Integration mit Omnifocus und mit Things angedacht. Ich als jahrelanger Nutzer von Omnifocus freue mich schon darauf, diese Erweiterung demnächst ausprobieren zu können.

Fazit


Ugo Landini ist eine App gelungen, die sich ideal in den OS X Desktop integriert, unauffällig zur Verfügung steht und dabei ihre Aufgabe perfekt erledigt. Ich habe der App 5 von 5 Sternen im App Store gegeben.


Die Datenraten in unserem Gehirn

Im täglichen Leben ist uns nicht bewusst, mit welchen unterschiedlichen Datenraten in unserem Gehirn Informationen verarbeitet werden. Dabei ist es für den effizienten Einsatz unseres wichtigsten Werkzeugs durchaus sinnvoll, sich über die unterschiedlichen Stärken und Schwächen dieses Organs im Klaren zu sein.
Unser Bewusstsein, welches Dinge benennt, ordnet, einsortiert und zu Symbolen reduziert, ist der eine Teil, der Informationen verarbeitet. Unser Unbewusstsein, welches alle Reize verarbeitet, vernetzt, durch Gefühle und Triebe steuert und gesteuert wird, ist der andere Teil. Beide zusammen sind wir, unsere Persönlichkeit, unser Sein.
Beide Teile unseres Gehirns verarbeiten Information mit höchst unterschiedlichen Datenraten. Die Angaben der folgenden Grafik sollen Ihnen einen Überblick über einige unterschiedlichen Verarbeitungsgeschwindigkeiten geben.

Datenraten mp3, CD, DSL, HDTV, Gehirn

So müssen, wenn wir Musik aus einer mp3-Datei hören wollen, 128 kBit/s durch das Abspielgerät verarbeitet werden. Hören wir die Musik von einer CD, müssen ungefähr 1,4 Millionen Bit pro Sekunde verarbeitet werden. Schauen wir einen Film in HD-Qualität, muss das Wiedergabegerät rund 24 Millionen Bit/s verarbeiten. Von den 12 Mio. Bit/s unseres Unbewusstseins werden alleine 10 Millionen Bit pro Sekunde im Sehzentrum verarbeitet.
Erstaunlicherweise spielt unser Bewusstsein in einer völlig anderen Liga. Statt Millionen von Bits, die pro Sekunde verarbeitet werden, sind es hier gerade einmal rund 60 (in Worten: "sechzig") Bit pro Sekunde!

Dieser Geschwindigkeitsunterschied ist schwer vorstellbar. Ich möchte versuchen, Ihnen die unterschiedlichen Größenordnungen der Datenraten des Bewusstseins und des Unbewusstseins an folgendem Beispiel deutlich zu machen.
Auf dem Foto links ist der Basketballspieler Marcus Toledo dos Reis zu sehen. Er hat gerade eben den Basketball auf den Boden ticken lassen und fängt den Ball mit seiner rechten Hand in Kopfhöhe wieder auf. Die Zeit, die zwischen dem Aufprall und dem Auffangen in Kopfhöhe vergangen ist, liegt bei rund einer Sekunde.

Nehmen wir an, die Geschwindigkeit dieses Vorgangs entspräche der Datenrate unseres Bewusstseins. Wie hoch wäre der Ball gesprungen, wenn er die ungleich höhere Geschwindigkeit des Unbewusstseins hätte?

Die Antwort lässt sich leicht ausrechnen. 12 Millionen Bit pro Sekunde sind zweihunderttausend mal mehr als die 60 Bit des Bewusstseins. Das heisst, der Ball würde in unserem Gedanken-Experiment nicht 2 Meter hoch, sondern 200000 mal so hoch, also rund 400 Kilometer hoch springen.
Der Ball würde innerhalb einer Sekunde an den Fenstern der im Orbit kreisenden Internationalen Raumstation ISS vorbei rauschen. Um diese Höhe innerhalb einer Sekunde zu erreichen, müsste der Ball sich mit Überlicht-Geschwindigkeit also mit Warp 1 bewegen. Scotty vom Raumschiff Enterprise lässt grüßen!

Wer denkt, ist langsam


Der niederländische Sozialpsychologe Ap Dijksterhuis beschreibt in seinem Buch "Das kluge Unbewusste" diese Diskrepanz und erläutert, dass wir Menschen jedoch ziemlich gut mit dem langsamen Bewusstsein klar kommen. Denn die wirklich wichtigen Dinge in unserem Kopf werden vom Unbewussten gesteuert: Wahrnehmen unserer Umwelt, Bewegen in selbiger, Überleben.
Die Rolle unseres Bewusstseins beschränkt sich oft auf die einer Art Pressesprecher, der mit großartigen Worten Geschehenes und Erlebtes kommentiert. Es tut so, als wäre es bei wichtigen Entscheidungen selbst involviert gewesen. Wie Pressesprecher halt so sind: sie verkünden Großes, sind an den dahinter stehenden Prozessen aber kaum beteiligt.

Dazu kommt, dass unser Bewusstsein nur seriell arbeiten kann. Wir können zwar zwischen verschiedenen Tätigkeiten hin und her schalten. Allerdings ist dieses Umschalten nicht reibungslos machbar. Wir verlieren dabei an Effizienz. Die Dinge, die wir gleichzeitig tun können, sind meistens eine Mischung aus bewusster und unbewusster Aktivität: uns unterhalten und dabei Auto fahren, Zähne putzen und dabei über eine Person nachdenken.
Das geht alles. Das ist aber kein Multitasking des Bewusstseins, sondern die Kooperation zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein.
Unser Unbewusstsein hat hingegen kein Problem damit, Dinge parallel zu erledigen. Es macht es laufend: Singen und Tanzen, Sehen und Hören, die Umgebung auf Gefahren überwachen, den Mantel anziehen oder alles gleichzeitig!

Schauen wir uns den Unterschied zwischen paralleler und serieller Verarbeitung an einem kleinen Beispiel an. Hierzu möchte ich Sie bitten, folgendes kleines Experiment durchzuführen. Suchen Sie im folgenden Bild bitte das rote Quadrat:


Das war einfach, oder? Sie werden jetzt vielleicht denken:
Was soll das denn? Man sieht das rote Quadrat sofort! Es springt einen doch förmlich an!

Richtig! Aber wieso ist das so? Doch nur, weil wir die gesamte Situation im Überblick haben und automatisch und parallel verarbeiten.

Ganz anders sieht es aus, wenn eine zusätzliche Information verarbeitet werden muss. Hier muss unser Gehirn auf serielle Suche umschalten und ist signifikant langsamer als vorher. Bitte suchen Sie das rote Quadrat nun in diesem Bild:


Das hat schon etwas länger gedauert, nicht wahr?
Das, was uns an Denkvorgängen bewusst ist, ist der langsame Teil und das Unbewusste ist der schnelle Teil unseres Seins.

Was bringt diese Erkenntnis in der Praxis?

Der aktive Lifehacker versucht nun natürlich diesen Unterschied in der Informationsverarbeitung zu seinem Vorteil einzusetzen. Wie können wir die wahnsinnig schnelle Verarbeitungsrate des Unbewusstseins aktiv nutzen?

Wir können unser Unbewusstsein einsetzen, wenn wir Entscheidungen treffen wollen, die von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind. Der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer zeigt in einer seiner Folgen "Geist und Gehirn", wie es bei der Entscheidung beim Autokauf zugehen kann. Er berichtet von Versuchen, die zeigen, dass ab bestimmten Informationsmengen das Unbewusste die bessere Entscheidung treffen kann. Die Betonung liegt allerdings auf kann. Wenn Sie unbewusst entscheiden, haben Sie nicht automatisch eine Erfolgsgarantie. Leider.

Wenn Sie Ihr Unbewusstsein aktiv in Entscheidungen einbinden wollen, versuchen Sie folgendes Vorgehen:
  • beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Thema, zu dem eine Entscheidung getroffen werden soll
  • sichten sie alle verfügbaren Fakten
  • visualisieren Sie die Problematik
  • nehmen Sie sich einen oder zwei Pomodoros Zeit für diese Bearbeitung
  • danach legen Sie alles zur Seite und machen Ihren Kopf mittels Ihrer Lieblingsmethode frei: Joggen, Rad fahren, Schwimmen, Meditieren, Tanzen. Machen Sie dabei Ihren Kopf frei, indem Sie nicht an das Thema denken!
Dann fällen Sie die Entscheidung! Horchen einmal kurz in sich hinein, ob die Entscheidung sich gut anfühlt. Und wenn ja, dann sind die Würfel gefallen! Führen Sie Buch darüber, wie gut oder wie schlecht diese Methode bei Ihnen funktioniert. Das hilft Ihnen im Nachhinein zu kontrollieren, wie erfolgreich Sie persönlich mit dieser Methode fahren.

Bildnachweise

Pomodoros nach iCal importieren

(please see some english explanations here)

Für den Mac gibt es seit einiger Zeit einen wirklich guten Pomodoro-Timer: Pomodoro Desktop.

Er ist minimalistisch zu bedienen und daher effizient. Das Programm speichert seine Daten in einer handlichen sqlite-Datenbank. Neben dem Zeitstempel, der den Startzeitpunkt des Pomodoros beschreibt, wird noch eine Spalte mit der Beschreibung des Pomodoros gespeichert. Durch folgendes Query, welches in einer Zeile in einem Terminalfenster eingegeben werden kann, wird der Datenbank-Inhalt angezeigt:

echo "select datetime(ZWHEN, 'unixepoch', '+31 years'),ZNAME from zpomodoros;"|sqlite3 $HOME/Library/Application\ Support/Pomodoro/Pomodoro.sql

Die Ausgabe könnte daraufhin wie folgt aussehen:

2010-02-03 13:29:58|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 14:06:18|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 15:12:57|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 15:43:12|$CUSTOMER $PROJECT Image kopieren
2010-02-03 16:28:31|Planung Inhalte Seminar JuF
2010-02-03 17:09:09|Planung Inhalte Seminar JuF
2010-02-04 13:15:35|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 13:45:52|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 14:16:15|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 14:46:36|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-07 07:12:03|Inbox: E-Mails bearbeiten

Ein Freund und ich haben nun ein kleines Applescript erstellt, das per Doppelklick die gesammelten Pomodoro-Daten in eine Kalender-Datei (ics) speichert.

Diese Datei kann dann bequem in iCal eingelesen werden:



Der Dialog bietet die Wahl, ob man einen neuen Kalender erstellen möchte, oder die Pomodoros in einen vorhandenen Kalender eingelesen werden sollen. Danach kann die mit Pomodoros verbrachte Zeit in iCal angezeigt werden:



Das Applescript liegt in einem Zip-Archiv vor und kann hier herunter geladen werden. Nach dem Herunterladen kann das Archiv durch einen Doppelklick entpackt werden. Die so entstandene Datei Pomodoro2Desktop kann mit dem Finder an einen beliebigen Ort gespeichert werden.

Viel Spaß damit!

Produktivität durch Pomodoros

Puh! Ich habe heute wieder feststellen dürfen, dass es etwas anderes ist, ob man 8 Stunden arbeitet, oder ob man 12 Pomodoros durchführt. In den 12 Pomodoros schaffe ich definitiv und messbar mehr, als wenn ich ohne diese nützlichen Zeitboxen arbeiten würde. Ich fühle mich am Ende des Tages auch erschöpfter, als wenn ich ohne diese Motivationshilfe arbeiten würde.

Durch meine Programmieraufträge, die ich ab und zu erledige und bei denen ich durchaus auch mal 12 Stunden am Stück code, habe ich eine gute Vergleichsmöglichkeit.

Es ist einfach so, dass ich durch das Starten des Pomodoros einen strikt einzuhaltenden Vertrag mit mir selbst eingehe. Ich spüre, dass es einen deutlichen Unterschied macht, 25 Minuten auf genau eine Aufgabe hoch konzentriert zu sein, oder ob ich einfach nur 25 Minuten intensiv an irgend etwas arbeite.

Kurz: nach 12 Pomodoros habe ich mehr geschafft, als an zwei Arbeitstagen ohne sie!

Die Pomodoro-Pause nutzen

Wenn Sie wie ich die Pomodoro-Technik als Produktivitäts-Beschleuniger nutzen, dann werden Sie sie kennen, die „Zwangspausen“ zwischen den Pomodoros. Diese Zwangspausen sind aus verschiedenen Gründen wichtig, um den Fokus im nachfolgenden Pomodoro wieder aufnehmen zu können. Einer der Gründe ist, dass wie beim Krafttraining zwischen den Sätzen eine Entspannungspause eingelegt wird, unser Hirn durch die Pomodoro-Pause die Gelegenheit bekommt, sich zu entspannen.
Diese Entspannung führt jedoch nicht dazu, dass das Hirn untätig ist. Natürlich nicht! Sondern die Pause sollte dazu führen, dass wir die Fokussierung auf ein Problem nachlassen, uns entspannen und unserer gewaltigen Bio-Rechenmaschine das Abschweifen der Gedanken ermöglichen. Im entspannten Modus verarbeitet unser Hirn Informationen ganzheitlich. Es ist im „Muster-Verarbeitungsmodus“. Es stellt Verknüpfungen und Assoziationen her. Die besten Ideen kommen uns in diesem Modus.

Während eines Arbeitstages nutze ich ein oder zwei Pomodoro-Pausen, um ganz bewusst zu entspannen. Das geht recht einfach, wenn man eine bestimmte Atemtechnik nutzt. Wer fernöstliche Kampfkunst betreibt, weiss, was ich meine:

  • die Füße stehen flach und fest auf dem Boden
  • der Blick ist auf irgendeinen Punkt in die Ferne gerichtet
  • das Körpergefühl liegt im Bauch unterhalb des Bauchnabels
  • es wird langsam und tief eingeatmet, dabei wird der Luftstrom in den Körper bewusst wahrgenommen
  • es wird langsam ausgeatmet
  • der Kopf ist frei von Gedanken

Da die Pomodoro-Pause nur 5 Minuten dauert, kommt meist keine echte Meditation auf. Allerdings wird dem Geist auch in dieser kurzen Zeit die Möglichkeit gegeben, zu wandern und Probleme zu lösen. Nicht selten habe ich durch eine solche bewusst entspannende Pause einen Knoten lösen können, an dem ich im vorangegangenen Pomodoro vergeblich gearbeitet hatte. Probieren Sie es doch auch einmal!