Effizienter Workflow für die E-Mail Bearbeitung
Die Leser meiner Newsletter kennen diesen hier beschriebenen Ablauf für das Leeren des E_Mail-Eingang bereits seit Monaten. Lesen Sie nun auch hier, liebe Blog-Leser, wie Sie mit diesem einfachen Workflow Ihre E-Mail Bearbeitung optimieren können. Laden Sie sich bitte hier den Ablaufplan als PDF-Dokument herunter.
Mit Hilfe des hier beschriebenen Ablaufs können Sie Ihren E-Mail Eingang innerhalb kürzester Zeit durcharbeiten und leeren. Sie können im Durchschnitt 3 bis 4 E-Mails pro Minute verarbeiten. Danach haben Sie den vollständigen Überblick darüber, was Sie noch tun müssen und darüber, was andere noch zu tun haben. So macht E-Mail Bearbeitung wieder Spaß!
Ziele des Workflows
- Sie entkoppeln sich von externen Arbeitstakten und setzen Ihren eigenen Arbeitsrhythmus durch. So können Sie effizienter agieren, als bei einem von außen bestimmten Takt.
- Sie erhalten einen vollständigen Überblick über alle E-Mails, zu denen Sie etwas tun müssen. Das führt zu Sicherheit bei Ihren Aktionen und macht Ihren Kopf frei.
- Sie erhalten einen vollständigen Überblick über alle E-Mails, zu denen Andere etwas tun müssen. Dadurch können Sie agieren, bevor unnötige Verzögerungen eintreten. So vermeiden Sie kritische Situationen schon im Vorfeld.
- Ihr E-Mail Eingang wird leer, so dass Sie sich ohne Ablenkung auf die vorhandenen Aufgaben konzentrieren können. „Fokus“ ist das Stichwort!
Los geht's
Neben Ihrem Posteingang arbeiten Sie mit vier weiteren Ablagen: „Aktion“, „Wartet“, „Lesen“ und „Archiv“ (siehe PDF).
Nehmen Sie sich jeweils immer nur eine einzige E-Mail aus Ihrem Posteingang vor. Entscheiden Sie, ob zu dieser E-Mail überhaupt etwas getan werden kann. Wenn nicht, löschen Sie sie oder legen sie in Ihrem Archiv ab.
Wenn etwas mit dieser E-Mail getan werden kann, überlegen Sie, ob Sie diese E-Mail innerhalb von zwei Minuten erledigt bekommen. Falls ja, tun Sie es und verschieben Sie sie in Ihr Archiv. Wenn nicht, gibt es drei Möglichkeiten:
- Sie müssen etwas tun, was länger als 2 Minuten dauert: verschieben Sie die E-Mail in die Ablage „Aktion“
- Jemand anderes muss etwas tun, worauf Sie warten: verschieben Sie die E-Mail in die Ablage „Wartet“
- Sie wollen die E-Mail oder Referenzen in der E-Mail in Ruhe lesen: verschieben Sie die E-Mail in die Ablage „Lesen“
Arbeiten Sie auf diese Art alle E-Mails Ihres Posteingang ab. Wenn er leer ist, haben Sie jede E-Mail gesehen und bewertet. Sie kennen nun alle wichtigen Vorgänge, Ihren Handlungsbedarf und die Dinge, die von Anderen zu liefern sind. Sie haben jetzt einen vollständigen Überblick über alle Vorgänge.
Bearbeiten Sie nun die noch offenen Mails
Wenn Ihr E-Mail Eingang leer ist, kümmern Sie sich um Ihre Ablagen „Aktion“ und „Wartet“. Später, wenn alles Wichtige erledigt ist, sichten Sie Ihre Ablage „Lesen“.
Aktion
Die Aktivitäten zu den Mails in der Ablage „Aktion“ müssen nun geplant werden. Tragen Sie dazu entweder Termine in Ihren Kalender ein. Oder notieren Sie Ihre „Nächste Aktion“ auf Ihrer Liste. (Für Nicht-Lifehacker: „Nächste Aktion“ ist die effektivere Art „To-Dos“ zu verwalten.)
So haben Sie sicher gestellt, dass die offenen Aufgaben erledigt werden.
Wartet
Die Ablage „Wartet“ sollten Sie je nach Ihrer persönlichen Arbeitssituation täglich, mindestens aber zwei- bis dreimal wöchentlich durchsehen.
Gegebenenfalls haken Sie nach, warum die fehlenden Informationen noch nicht beigesteuert wurden. Wichtig ist, dass Sie selbst Arbeitstempo und Qualität Ihrer Prozesse bestimmen. Denn Sie selbst sind für Ihre eigenen Qualitätsstandards zuständig. Niemand anderes! Wenn Sie hinter Vorgängen nachhaken, bevor sie kritisch werden, wird das Ihre Reputation und Ihr Ansehen bei Kunden und Kollegen steigern.
Lesen
Durch die Ablage „Lesen“ schmökern Sie im Mittagstief, am späten Nachmittag oder am Abend. Vielleicht auch am Wochenende. Nutzen Sie diese Zeiten, um in Ruhe Informationen zu sichten, als Referenzmaterial abzuspeichern oder um Projekte und Ideen zu entwickeln.
Und jetzt viel Spaß dabei, wenn Sie den Stau in Ihrem E-Mail-Eingang innerhalb weniger Minuten abbauen! Scheuen Sie sich nicht mir eine E-Mail zu schicken, falls Sie noch Fragen haben.
Frohes Schaffen und viel Erfolg!
Rosmarin macht Gehirn fit

Für meine Leser, die sich noch nicht am Newsletter angemeldet haben, veröffentliche ich hier die neuen Informationen über die Wirkung des Rosmarins auf unser Gehirn.
Schon unsere Vorfahren wussten um der heilenden Wirkung des Rosmarins. Diese Pflanze hat auch symbolischen Charakter. So wird in Shakespeares Hamlet Rosmarin "für die Treue" verschenkt. Und die Kräuterkundlerin Maria Mail-Brandt schreibt auf Ihrer Webseite zu geräuchertem Rosmarin: "Der Räucherduft shüttelt und muntert auf, stärkt die Bereitschaft, etwas zu tun."
Kürzlich wurde der positive Effekt der bekannten Gewürzpflanze auf die kognitiven Fähigkeiten unseres Gehirns wissenschaftlich nachgewiesen
Die beiden Forscher Mark Moss und Lorraine Oliver vom Nutrition Research Centre der Northumbria Universität beschreiben wie Probanden in einem mit Rosmarin-Duft versehenen Testraum mathematische und visuelle Aufgaben zu erledigen hatten. Dabei wurde beobachtet, dass die Probanden nicht nur mehr Aufgaben lösen konnten, sondern auch die Ergebnisse häufiger richtig waren.
Laut der Fachzeitschrift "Gehirn&Geist" wiesen die Forscher durch Messungen im Blut der Probanden nach, dass bestimmte Bestandteile des Rosmarins Einfluss auf den Neurotransmitter Acetylcholin im Gehirn haben. Bestandteile der ätherischen Öle des Rosmarins passieren die Blut-Hirn-Schranke und verhindern den Abbau von Acetylcholin im Gehirn. Damit erklären sie diesen leistungssteigernden Effekt.
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die das markante Aroma des Rosmarins mögen, wissen Sie nun, dass Sie das Aroma nicht nur angenehm empfinden, sondern es auch Ihrem Gehirn richtig gut tut an Rosmarin zu schnuppern.
Und falls Sie nun Appetit auf Rosmarin bekommen haben, beim Grillsportverein finden Sie einige Rezepte mit Rosmarin als Hauptkomponente oder als normale Zutat. Und das nicht nur für Fleischesser sondern auch für Vegetarier.
Mit Karsten Schulz zum AFNB Symposium

Karten zu dieser Veranstaltung gibt es im Webshop der Lifehacker Seminare. Das reguläre Ticket für die Teilnahme kostet 50,- €. Die Abonnenten meines Newsletters bekommen einen Coupon-Code, der dazu genutzt werden kann, ein ermäßigtes Ticket für 30,- € zu bestellen. Deshalb nutzen Sie die Gelegenheit und melden Sie sich hier zum Newsletter an!
Nehmen Sie sich 3 Minuten Zeit ...
Hemmnisse der Kreativität from Karsten Schulz on Vimeo. Einführungsvideo über die Hemmnisse der Kreativität.
Gastbeitrag: Die Psychologie der Pünktlichkeit
Galina Dedova bietet hauptsächlich Kurzzeitberatung und Coaching mit den Schwerpunkten zwischenmenschliche Konflikte, belastende Gewohnheiten sowie Umgang mit Leistung an. Außerdem arbeitet sie als Coach unter anderem in den Bereichen Zeitmanagement und Leistungssteigerung.
Viel Spaß bei der Lektüre, die nicht nur die Hintergründe unseres Zeitempfindens beleuchtet, sondern auch Lösungsansätze aufzeigt. (PDF-Version)
Sind Sie schon pünktlich oder schleppen Sie sich noch hinter sich her?
„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie an und handelt.“
Dante Alighiere
Wir alle sind mit den wunderbaren Mechanismen des Zeitempfindens ausgerüstet. Das „mentale Timing“ entsteht im komplexen Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Gedächtnis, so die Neurowissenschaftler. Es gibt im eigentlichen Sinne keine Zeitwahrnehmung, nur die Wahrnehmung in der Zeit, wenn man ganz korrekt bleiben möchte.
Jeder gesunder Mensch verfügt über die Fähigkeit, sich in der Zeit gut orientieren zu können. Diese Fähigkeit kann man dennoch sehr unterschiedlich nutzen. Wir können uns in der Zeit souverän fühlen und souverän bewegen, in diesem Fall erleben wir die Zeit viel weiträumiger. Wenn man sich für eine Handlung so viel Zeit nimmt, wie man braucht, wird auch die Tiefe der Zeit spürbar, was die Zeitempfindung dehnt. In so einem Zeitrahmen, den wir uns wohlgemerkt selbst einräumen, befinden wir uns gleichzeitig in einem sogenannten Ressourcenzustand. Das heißt, wir haben einen guten Zugang genau zu den kognitiven und motorischen Fähigkeiten, die wir gerade brauchen.
Stress
Eine weitere Variante, sich in der Zeit zu orientieren, ist jedem bekannt- sich unter Stress setzen, sich Druck zu erzeugen. Für eine Zeitorientierung, deren Rahmen auf Stress und Druck ausgerichtet ist, braucht man keinen Zeitmangel. Allein die Einstellung- „ich habe keine Zeit“- reicht schon. Wir sind nicht gestresst, weil wir keine Zeit haben. Sondern wir haben keine Zeit, weil wir gestresst sind. Stress hemmt gerade diejenigen Netzwerke im Gehirn, die unser Handeln organisieren.
Zu spät kommen
Die chronischen „Zuspätkommer“ sind genauso in der Zeitorientierung talentiert wir die Pünktlichen, denn sie kommen regelmäßig pünktlich- unpünktlich, was eine gute Vorbereitung braucht. So liegt die Vermutung nahe, dass die „Chaoten“ sich rechtzeitig auf das Zuspätkommen orientieren.
In jeder Berufsgruppe, in jedem Kulturkreis, in jeder Altersgruppe, sowohl unter Männer als auch unter Frauen trifft man mehr oder weniger auf die ständig Unpünktlichen. Außer, dass all die Aufmerksamkeit einen Augenblick dem Verspäteten gehört, sind die Konsequenzen des Zuspätkommens meistens recht unangenehm.
Wenn eine Verspätung mal passiert und der Grund dafür bewusst greifbar ist, lässt sich das Verhalten das nächste Mal sehr leicht bewusst korrigieren, einfach dadurch, dass man sich rechtzeitig auf die richtige Zeit orientiert.
Bei der ständigen Wiederholung der scheinbar unabsichtlichen Verspätung zeigt sich nicht selten, dass es ein „unbewusster Teil“ ist, der die Pünktlichkeit sabotiert.
Das Unbewusste
Erinnern Sie sich, wie Sie zu einem lang erwünschten Date gehen:
Der Körper fühlt sich leicht und beweglich an. Die Geschwindigkeit gleicht fast der beim Fliegen. Beschwingten Fußes eilen Sie dahin. Die Beine tragen einen ganz von selbst, von Müdigkeit ist keine Spur. Ihr ganzes Wesen bewegt sich zu dem Ziel hin. Sie sind bewusst und unbewusst dabei.
Und jetzt erinnern Sie sich daran, wie sich der Körper sperrt, wenn Sie einen Termin wahrnehmen müssen, ohne es wirklich zu wollen:
Der Körper fühlt sich wie eingemauert an. Jeder Schritt ist wie ein Kampf gegen sich. Sie fühlen sich entkräftet, müde und beginnen Ärger zu spüren. Hier wehrt sich das „Unbewusste“ mit der körperlichen und emotionalen Reaktion gegen die bewusste Entscheidung, diesen Termin wahrzunehmen. Dieser „unbewusste Teil“ kann verschiedene Ziele verfolgen, die sehr individuell sein können.
Dennoch haben wir alle eine Menge an Pflichten und ungeliebten Aufgaben, die rechtzeitig erledigt werden müssen.
Lösungsmöglichkeiten
Wie kriegt man das nun hin, „das Unbewusste“ für die nötige Aufgabe umzustimmen, so dass Es mitmacht, so dass Sie die Energie für sich zur Verfügung haben, anstatt sie gegen sich selbst zu richten.
Fragen Sie sich nach dem übergeordnetem Ziel: Was bringt es mir persönlich, die Aufgabe rechtzeitig zu erledigen? Wie viel Selbstbestimmung liegt in der Entscheidung, die Aufgabe ernst zu nehmen und sich auf sie einzulassen?
Wie viel Selbstbestimmung in Ihrem Leben erleben Sie insgesamt?
Einer der möglichen Gründe für das trotzige Zuspätkommen ist, dass man durch die Verspätung scheinbar freien Raum gewinnt, der in anderen Bereichen des Lebens fehlt. In der Realität beraubt man sich dadurch regelrecht um diesen Freiraum.
Trauen Sie sich, dieses für sich zu klären. Es lohnt sich. Sie ersparen sich eine Menge an Schuldgefühlen, Ärger, den Sie verständlicher Weise von den Wartenden bekommen. Sie schaffen viel Platz für die Dinge, die Sie wirklich wollen, die Ihnen Energie schenken.
Achtsam mit sich sein
Wenn Sie es lernen, bei sich zu bleiben und zu sich zu stehen, entwickeln Sie automatisch die Fähigkeit, Alltagsreize so zu differenzieren, dass Ihre Aufmerksamkeit das Wesentliche für Sie auswählt. Die Menschen bewegen sich dahin, wohin sie ihre Aufmerksamkeit hinrichten.
Hierzu eine kleine Geschichte:
„Wie ist der Zustand der Erleuchtung“, fragten die Schüler den Zenmeister.
„Wenn ich sitze, sitze ich. Wenn ich stehe, stehe ich, wenn ich gehe, gehe ich und wenn ich schlafe, schlafe ich.“ lautet die Antwort.
„Aber ist es nicht das, was wir ebenfalls tun?“ fragen die Schüler.
„Keinesfalls“, spricht der Meister, „denn wenn ihr sitzt, denkt ihr daran, euch zu erheben, und wenn ihr steht, könnt ihr es nicht abwarten, loszugehen. Geht ihr aber, so beeilt ihr euch, so schnell wie möglich am Ziel zu sein. Und legt ihr euch zu Ruhe, seid ihr voll mit euren Gedanken.“
Auf welcher Art und Weise Sie bei der Arbeit der Zeit entgegen kommen, hängt vor allem davon ab, wie Sie Ihre Zeit nach der Arbeit verbringen. Durch körperliche Betätigung erreichen Sie ein gutes Körpergefühl. Es gibt nur eine Voraussetzung: machen Sie es gerne. Die frische Luft schenkt Ihnen einen klaren Kopf, wenn Sie für einen Augenblick die To- do- Liste vergessen. Einfach die Frische der Luft und die Weite des Himmels genießen. Nehmen Sie sich die Zeit für Ihre Lieblingsmusik, schließen Sie die Augen und tauchen Sie in die Melodie ein. Die Musik aktiviert den kreativen Teil des Gehirns, durch die Musik werden Sie offener für das Neue, sie erzeugt in Ihnen gute Ideen. Und wenn Sie mit einem klaren Kopf, leichten Herzens und einem aufrichtigen Körper sich in der Zeit bewegen, dann beginnt auch die Zeit, sich Ihnen von ihrer besten Seiten zu zeigen.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit und viele tiefe Augenblicke, die ihr Leben erfüllen.
©Galina Dedova www.dedova.de

Artikel über unsere Gehirn-Macken
Ich habe ich hier die Links zusammengefasst, unter denen Sie diese haarsträubenden Fakten nachlesen können.
Viel Spaß beim Stöbern!
Aufmerksamkeits-Illusion - wie wir oft nur meinen, wir würden alles mitbekommen!
Erinnerungs-Illusion - heute so und morgen so ...
Selbstvertrauens-Illusion - Selbstvertrauen = Kompetenz?
Wissens-Illusion - Können Sie die Welt erklären?
Ursachen-Illusion - chronische Krankheit der Börsen-Gurus!
Potenzial-Illusion - Sie nutzen nur 10 % Ihres Gehirns? Von wegen!
Potenzial-Illusion
Schnell schön schlau!
Vielleicht wurde Ihnen auch schon einmal in irgend einer Form versprochen, dass Sie mit einfachen Mitteln Ihre Gehirnleistung steigern könnten. Manche Geschäftemacher behaupten, dass mit Hilfe von Pillen, Musik oder mit besonderen Übungen jeder zu einem Gehirnakrobaten der Extraklasse werden könne. Dass schlummernde Potenziale nur geweckt werden müssten, um Ihnen zur Verfügung zu stehen. Und mal ehrlich, ist diese Vorstellung nicht reizvoll? Im Handumdrehen ein Genie werden? Oder zumindest genialer sein als bisher?
Wenn ich eine gesunde Methode kennen würde, die meine geistige Leistungsfähigkeit verzehnfachte, dann würde ich die jedenfalls gerne ausprobieren.
Und hier schlummert die letzte Macke aus dieser Reihe von Blog-Artikeln: die Potenzial Illusion. Die Potenzial Illusion lässt uns glauben, dass in unserem Gehirn noch ungeahnte Reserven schlummern, die nur geweckt werden müssten. Sie ist die Illusion, die uns vorgaukelt, dass das Freisetzen von mehr Potenzial *leicht* sei. Dass man im Handumdrehen Leistungsreserven freisetzen könne. Dass man nur den richtigen Knopf drücken müsse um zum Überflieger zu werden.
Natürlich steckt mehr Potenzial in uns allen! Aber dieses Potenzial lässt sich eben nicht mit *einfachen* Mitteln freisetzen. Es bedarf Mühe, Geduld und Anstrengung sich zu entwickeln.
Mozart, Musik und Ihr Gehirn
Das Wunschdenken schnell schlau zu werden ist in den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts populär geworden. Ein Forscherteam um Gordon Shaw wollte wissenschaftlich ermittelt haben, dass 10 Minuten Mozart Musik hören den Intelligenz-Quotienten (IQ) um 9 Punkte steigerte.
Die Medien griffen diese Studie auf und titelten "Mozart Musik fördert das Lernen und die mentalen Fähigkeiten!" Kurz darauf wurden sogar CDs für die Musikberieselung von Säuglingen produziert. Ja sogar Ungeborenen sollte man Mozart im Bauch der Mutter vorspielen, damit die Babys schon schlau auf die Welt kamen.
Nach und nach wurden diese experimentellen Forschungen überprüft. Die Interpretation der Ergebnisse ließ sich nicht halten. Sie wurden in der wissenschaftlichen Welt korrigiert. Während es immer noch populär war, die leistungssteigernde Wirkung von Mozarts Musik zu propagieren, hat man in einigen Studien Hinweise darauf gefunden, dass nicht Mozart schlauer macht, sondern im Gegenteil Stille und Entspannung dümmer! Zumindest erreicht man schlechtere Ergebnisse in Tests, wenn man versucht direkt aus einem gut entspannten Zustand eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen.
Das Beste für eine optimale Gehirn Leistung ist bekanntlich ein mittlerer Erregungsgrad. Weder Ruhe und Entspannung noch Hektik und Stress sind der Leistung förderlich. In einem mittleren Erregungszustand erbringt unser Gehirn die beste Leistung. Und wenn man in einer solchen Situation einen IQ-Test absolviert, dann schneidet man dabei in der Regel besser ab, als wenn man in in einer schlechteren Verfassung durchführt. Logisch, nicht wahr?
Doch Pop-Musik?
Durch eine der neueren Untersuchungen von Susan Hallan mit 8000 Kindern in Großbritannien fand man Interessantes heraus. Den Teilnehmern des Tests wurden verschiedene Tonstücke vorgespielt. Ein Stück von Mozart, eine wissenschaftlichen Diskussion und flotte Pop Musik. Danach wurden die Leistungen in verschiedenen Tests gemessen. Die Leistungen der Kinder waren nach dem Hören von Pop Musik am besten.
Die Ergebnisse dieser Studie deuten an, dass man am besten abschneidet, wenn man die Musik hört, die man am meisten mag! Man fühlt sich besser und arbeitet deshalb auch besser. Das hat nichts mit der Steigerung von Intelligenz zu tun, sondern nur mit optimalen Betriebsbedingungen für unser Gehirn. Vielleicht sollte es unter uns bleiben, aber Ihr Kind liegt richtig, wenn es bei dem Bearbeiten seiner Hausaufgaben seine Lieblingsmusik hört. Schlechte Karten für Eltern!
Wir können durch Musik also nicht zum Supergenie werden. Wir können aber durch eine geeignete Umgebung, zu der auch die akustische Gestaltung gehört, die Bedingungen für eine gute Leistung verbessern. Je nach persönlicher Vorliebe und Tagesform kann das Mozart sein, oder eben Pop Musik oder Naturklänge. Sie entscheiden danach, was Sie mögen.
Nutzloses Gehirn-Training
Eine andere Methode sein Gehirn zu trainieren und neues Potenzial freizusetzen ist das sogenannte Gehirnjogging. Dabei lösen Sie Rätsel, Merk- und Rechenaufgaben. Mit dieser Art Beschäftigung trainieren Sie Ihr Gehirn.
Aber bevor Sie nun jedoch losstürmen und sich einen Stapel Sudokus holen, um Ihr Gehirn zu trainieren. STOP! Tun Sie das nur, wenn Sie Meister im Sudoku-Lösen werden möchten. Denn diese Art von Gehirntraining bringt eine Verbesserung nur in der jeweiligen spezifischen Aufgabe: Sudoku Löser werden bessere Sudoku Löser.
Wenn Sie zum Beispiel üben sich Ziffernfolgen zu merken, dann können Sie es schaffen sich Folgen von Dutzenden Ziffern zu merken. So hat ein Student das Auswendiglernen von Ziffern ein paar hundert Stunden geübt und konnte sich schließlich bis zu 79 Ziffern merken (PDF-Dokument).
Allerdings konnte er sich wirklich nur Ziffern gut merken. Nichts anderes. Der Student hatte sein Arbeitsgedächtnis nicht allgemein trainiert. Er hat es nicht allgemein verbessert. Zur Probe sollte der Student sich statt Ziffern eine Folge von Buchstaben merken. Das Ergebnis war mager. Er konnte sich nur 6 Buchstaben merken. An diesem Beispiel sehen wir, dass der Nutzen eines solch einseitigen Trainings nur sehr begrenzt ist.
Wirksames Gehirntraining
Doch was bringt Ihr Gehirn auf Trab? Die Antwort ist so einfach wie überraschend: Abwechslung und Sport.
Es wurden signifikante Leistungssteigerungen bei Kognitionsübungen durch wenige Stunden Spazieren gehen pro Woche verzeichnet. Auch die grauen Gehirnzellen bleiben im Alter besser erhalten, wenn in der Woche drei mal 45 Minuten Spazieren gegangen wird. Der ultimative Brain Booster ist nachweislich der stramme halbstündige Spaziergang. Der verbessert die Exekutiv-Funktion messbar und macht das Gehirn generell gesünder.
Wenn Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns verbessern wollen, dann geht das nicht per Musik oder Pille. Sie können besser werden. Vielleicht sogar viel besser. Aber nicht von heute auf morgen, sondern durch beständiges Üben. Fordern Sie Ihr Gehirn durch abwechselnde Reize in Beruf und Privatleben. Schaffen Sie häufig bewusst Situationen, in denen Sie Reize aus Kultur, Kunst, Musik und sozialem Miteinander aufnehmen. Nutzen Sie Ihre Freizeit nicht nur zum Lesen und Rätseln, sondern gehen Sie Spazieren, Walken, Schwimmen, Joggen. Durch diese Tätigkeiten wird Ihr Gehirn automatisch immer besser und besser und besser.
Es kann gar nicht anders.

