Ein Gutes Neues Jahr 2010!
Egal wie es in 2010 weiter geht, es wird auf jeden Fall wieder großartige Chancen und viele neue Möglichkeiten geben. Ich werde diese Möglichkeiten sowohl in meiner Arbeit im Linux Systemhaus Schulz, wie auch als Trainer im kommenden Jahr sehr intensiv nutzen. Es wird in 2010 einige signifikante und überraschende Änderungen geben, die meinen heutigen und meinen künftigen Kunden zu Gute kommen werden. Es wird ein spannendes Jahr für uns alle!
Allen Freunden und Bekannten, allen Kunden und allen, mit denen ich im ablaufenden Jahr zu tun hatte, wünsche ich einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr, viel Erfolg und Gesundheit und die Kraft und Energie, die eigenen Wünsche in die Tat umzusetzen!
Eine lange Wanderung in der Ebene...
In diesem Jahr hatte ich lange Phasen, in denen ich angehende Fachinformatiker ausgebildet habe. Diese notwendige Tätigkeit ist für mich wichtig und macht mir Spaß. Insbesondere, wenn sie Früchte trägt, indem meine Teilnehmer die entsprechenden IHK Prüfungen erfolgreich ablegen.
Allerdings habe ich weiterführende Pläne für 2010. Eines meiner wichtigsten Vorhaben musste in den letzten Wochen leider auf Sparflamme vor sich her köcheln. Ich habe zwar regelmäßig an diesem Projekt gearbeitet, erreichte jedoch keine großen Fortschritte oder Durchbrüche. Da ich Anfang dieser Woche mein letztes Seminar beenden konnte, kommt jetzt die Zeit, wo ich den Kurs für meine Vorhaben im kommenden Jahr setze und die neuen Ziele mit voller Kraft ansteuern kann.
Alleine schon dieser Gedanke, nun in größeren Schritten einem meiner wichtigsten Ziele näher zu kommen, erfüllt mich mit freudiger Erwartung. Und das, obwohl ich von den Anstrengungen der letzten Wochen ziemlich ausgelaugt bin.
Ich merke aber, dass sich meine Situation normalisiert und ich langsam Fahrt aufnehme. Das Projekt - eine neue Seminarreihe - wird im ersten Quartal 2010 in seine entscheidende Phase treten. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Aber ab sofort werde ich die Leser dieses Blogs häufiger auf dem Laufenden halten.
Sobald die Umsetzung sich konkretisiert, werde ich hier im Blog auch das Geheimnis lüften und verraten, welche neuartigen Inhalte in dieser Seminarreihe angeboten werden. Lassen Sie sich überraschen!
Selbsttest mit wochenlanger "Überlastung"
Ich stehe seit Wochen unter höchster Belastung. Ein C++ Seminar, das ich in meiner Eigenschaft als IT-Trainer halte, bindet mich täglich für circa 11 Stunden. Daneben muss ich mich natürlich auch um meine anderen Geschäftskunden meines IT-Systemhauses kümmern. Außerdem steht das Jahr 2010 vor der Tür und es sind einige Veranstaltungen, Marketing-Maßnahmen und Druck-Produkte zu planen oder bereits in Entwicklung. Alles in allem genug Arbeit für drei. Auch die Dauer dieser seit Wochen anhaltenden Mehrfachbelastung zeigt langsam deutlich Wirkung.
Ich bin sicher, dass ich mir schon längst größere Schnitzer geleistet hätte, wenn ich mich nicht in meinem Sicherheitsnetz von organisatorischen Tricks und Kniffen bewegen würde. So kostet es mich immer nur einen kurzen Blick in meine Listen, um zu sehen, was gerade wichtig ist und was nicht. Dadurch kann ich sicherstellen, dass nichts unbemerkt kaputt gehen kann. Das verschafft mir Sicherheit und Ruhe.
Ein wichtiges Hilfsmittel ist meine Projekt- und Nächste-Aktionen-Liste, die ich aus David Allens GTD System adaptiert und angepasst habe. Nach wie vor werden in dieser Liste ausnahmslos alle Aktionen erfasst. Allein die Tatsache, dass ich sicher sein kann, dass ich nichts vergesse, bringt schon eine hohe Souveränität in mein Handeln, da ich jede Entscheidung etwas zu tun oder zu lassen mit einem Optimum an Informationen fällen kann. Das ist sehr beruhigend.
Ich kann auch, wenn ich am Ende des Tages oder am Ende der Woche merke, die Zeit oder die Kraft reicht nicht für alle Aufgaben aus, mit einem Blick erkennen, welche Sache liegen zu lassen am wenigsten Schaden anrichtet.
Durch die Pomodoro Technik schaffe ich es, wenn nötig, auch nach einem 14 Stunden Tag noch einen Endspurt an nicht aufschiebbaren Tätigkeiten durchzuführen und so noch einige Aufgaben Stunden effizient zu erledigen.
So bleiben die notwendigen Freiräume für Kreativität und Ausgleichssport erhalten.
In einigen Wochen wird dieser immense Druck zum Glück vorbei sein, da das Programmier-Seminar dann beendet sein wird. Ich freue mich schon darauf durchzuatmen und mich verstärkt meinen Plänen für 2010 zuwenden zu können. Das Gute an meiner stressigen Situation zur Zeit ist, dass ich einmal mehr testen und ausprobieren kann, wie meine ineinander greifenden Systeme und Techniken auch unter Vollast gut und sicher funktionieren.
Trotz "Überlastung" fühle ich mich gut.
Produktivität durch Pomodoros
Durch meine Programmieraufträge, die ich ab und zu erledige und bei denen ich durchaus auch mal 12 Stunden am Stück code, habe ich eine gute Vergleichsmöglichkeit.
Es ist einfach so, dass ich durch das Starten des Pomodoros einen strikt einzuhaltenden Vertrag mit mir selbst eingehe. Ich spüre, dass es einen deutlichen Unterschied macht, 25 Minuten auf genau eine Aufgabe hoch konzentriert zu sein, oder ob ich einfach nur 25 Minuten intensiv an irgend etwas arbeite.
Kurz: nach 12 Pomodoros habe ich mehr geschafft, als an zwei Arbeitstagen ohne sie!
6 Wunderfragen zum Durchstarten bei einem Hänger
Nun muss es nicht immer sofort die Prokrastination sein, die dort zuschlägt. Es kann sein, dass man einfach nur in einer Sackgasse gelandet ist. Vielleicht braucht man auch einen Moment der Orientierung, um seine Aufgabe weiter zu bearbeiten. Oder man ist ein wenig erschöpft, und sollte eine Pause einlegen, um mit frischer Energie wieder an der Erreichung seiner Ziele arbeiten zu können.
Es ist bereits ein entscheidender Vorteil, dass man sich darüber im Klaren ist, dass man fest steckt. Nun gilt es, sich systematisch aus diesem Produktivitäts-Loch heraus zu holen.
Mit den folgenden 6 Fragen verschafft man sich Klarheit über seine Position. Wie der Seefahrer in alten Tagen mit dem Sextanten seine Position bestimmt hat, um die einzuschlagende Richtung zu ermitteln, sollten auch wir unsere momentane Lage bestimmen, um neu durchzustarten.
Danach ist es fast schon einfach, wieder in Richtung eigene Ziele weiter zu kreuzen.
6 Fragen, um sich auf das Problem zu fokussieren
Im Prinzip helfen, um wieder voran zu kommen, die Fragen weiter, die man sich bei der wöchentlichen Durchsicht zu jedem Projekt selbst so oder so ähnlich fragt:1. Was will ich?
Diese Frage hilft, das Ziel zu konkretisieren. Wenn wir uns selbst unser Ziel beschreiben, es uns vorstellen, dann wird klarer, wohin wir wollen. Es hilft sehr, sich das erwünschte Ziel so realistisch wie möglich vorzustellen:- wie sieht es aus?
- wie fühlt es sich an?
- wie riecht es?
- wie schmeckt es?
- wie hört es sich an?
- wie würde ich anderen davon erzählen, wie ich mein Ziel erreicht habe?
2. Was werde ich davon haben?
Unsere Motivation hängt auch davon ab, was wir konkret für einen Gewinn aus der Sache erzielen werden. Mit Gewinn ist nicht der materielle Gewinn gemeint. Dieser kann zwar auch eine Rolle spielen, wichtiger ist aber der persönliche Gewinn aus der Fertigstellung der aktuellen Aktion, des aktuellen Projekts, aus dem Erreichen des Ziels.Dabei spielen auch Aspekte der persönlichen Entwicklung und Verbesserung eine Rolle. Es berüht die Frage: wie werde ich mich verändern?. Wir sollten uns auch bewußt machen, ob sich eine Verbesserung des eigenen Umfelds ergeben wird. Wie stark hilft es anderen, was ich tue?
Wenn klar wird, dass man durch die Erledigung der Aufgabe für sich und Andere Gutes tut, steigt die Motivation automatisch.
Wenn umgekehrt bei der Beantwortung dieser Frage absolut nichts Positives herauskommt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass man die aktuelle Tätigkeit einfach sein lassen sollte. Warum sollten Sie etwas tun, was weder Ihnen noch Anderen einen Vorteil bringt? Warum kostbare Energie in etwas stecken, dass nichts bringt?
Bei fremdgesteuerten Tätigkeiten, sieht die Sache fast genaus so aus. Wenn Sie etwas für Ihren Chef, für Ihr Unternehmen tun, dann ist der eigene Gewinn oft eher indirekter Natur. Durch Ihre Tätigkeit binden Sie vielleicht einen Kunden enger an Ihr Unternehmen. Das wiederum kommt Ihnen dann mittel- und langffristig zu Gute.
Egal wo dieser Gewinn liegt, machen Sie ihn sich bewußt! Ohne konkrete Aussicht auf einen Gewinn wird es Ihnen unnötig schwer fallen, sich zur Bearbeitung der anstehenden Aufgabe zu motivieren.
3. Was hindert mich?
Die Beschäftigung mit dieser Frage führt manchmal zu einem Aha-Erlebnis. Wenn Sie beginnen, über das nachzudenken, was Sie daran hindert, die aktuelle Aufgabe zu erledigen, dann identifizieren Sie automatisch Störungen. Oft sind es unbewußte Störungen: eine andere unerledigte Aufgabe, ein unpassender Termin, Unsicherheiten wegen fehlender Informationen.Egal was Sie herausfinden werden, eliminieren Sie es! Was immer Sie stört, gehört aus dem Weg geschafft! Wenn es die unerledigte Aufgabe ist, planen Sie deren Erledigung, damit der Drang sich damit zu beschäftigen nachlässt. Reicht das nicht, dann müssen Sie die andere Aufgabe vielleicht vorziehen und sofort erledigen. Probieren Sie aus was funktioniert.
Wenn es ein Termin ist, prüfen Sie, ob er sich verschieben lässt. Wenn nicht, versuchen Sie, das Positive aus diesem Termin zu ziehen. Ist es der Abgabetermin für Ihre Aufgabe, sagen Sie sich: "Prima, dann bin ich endlich fertig!" Ist es ein anderer Termin, dann machen Sie sich den Nutzen des erwarteten Ergebnisses dieses Termins bewußt. Dieses Ergebnis sollte ebenfalls etwas Positives sein und Ihnen zu Gute kommen. Wenn Sie absolut überhaupt nichts Positives aus dem störenden Termin ziehen können, dann sagen Sie ihn ab. Würden Sie Nachteile durch diese Absage erfahren, dann haben sie damit das "Positive" des Termins gefunden. Fügen Sie sich mit einem Schulterzucken und wenden Sie sich wieder Ihrer aktuellen, wichtigeren Aufgabe zu. Manchmal gibt es Situationen, die sind einfach unausweichlich. Es ist nutzlose Energieverschwendung mit diesen Unausweichlichkeiten zu hadern. Sehen Sie solche Situationen als einen Grund mehr an, sich um so intensiver mit den eigenen, wichtigen, schönen Aufgaben zu beschäftigen!
4. Was ist mir wichtig an dieser Tätigkeit?
Sie haben oben schon beantwortet, was Sie davon haben werden, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Hier wird jetzt herausgearbeitet, welche Details bei der Erledigung der aktuellen Aufgabe Ihrer Aumerksamkeit bedürfen. Das hilft Ihnen, einen Großteil Ihrer Energie in die wirklich wichtigen Aspekte Ihrer Aufgabe zu stecken. Ihre Energie ist kostbar und begrenzt. Verschwenden Sie sie nicht nach dem Gieskannen-Prinzip. Eine bessere Effizienz erreichen Sie, wenn Sie sich gezielt auf die Teile der Aufgabe konzentrieren, die Ihnen den größten Nutzen bringen. Untersuchen Sie hier insbesondere auch die Möglichkeit, Teilaufgaben delegieren zu können und sich selbst um die wichtigen Komponenten zu kümmern.5. Was funktioniert gut?
Mit dieser Frage ermitteln Sie die Beschleuniger, die Sie für Ihre Aufgabe ausnutzen können. Das können Strategien sein, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich funktioniert haben. Es können Gewohnheiten und Routinen sein, die Sie ohne großen Aufwand anwenden können und die bei der Erledigung der aktuellen Aufgabe von Nutzen sein können. Das können andere Menschen sein, die Ihnen gerne hilfreich bei Seite stehen würden. Sei es dadurch, dass Sie an diese Menschen Teilaufgaben delegieren können, Gedanken austauschen oder einfach, dass mit gemeinsamer Arbeitskraft das doppelte Pensum geschafft wird. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und schöpfen Sie aus Ihren Erfahrungen.6. Was könnte besser laufen?
Nach der Beantwortung der ersten 5 Fragen fällt es Ihnen in der Regel nicht schwer zu erkennen, was besser laufen könnte. Notieren Sie sich die Erkenntnisse und setzen Sie sie um. Brauchen Sie mehr Manpower? Holen Sie sich Kollegen oder Partner. Brauchen Sie mehr Input? Holen Sie sich die fehlende Inspiration oder die fehlende Information. War es nur das verlorene Ziel? Dann schreiben Sie es sich auf, damit Sie bei der nächsten Krise schneller wieder auf Kurs gehen können!Fazit
Es ist völlig normal, dass wir mit unseren Tätigkeiten nicht immer im Fluss sind. Es ist völlig normal, dass man Verschnaufpausen braucht, dass man auch einmal auf der Stelle tritt. Dafür sind wir alle Menschen und keine Maschinen.Seine Aufgaben dennoch zu erledigen, das macht den Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg aus.
Große Brocken schaffen
Aber was ist zu tun, wenn am nächsten Tag die Motivation die Aufgabe in Angriff zu nehmen einfach fehlt?
Eine Möglichkeit besteht darin, eine Seinfeld-Kette zu erzeugen. Diese Motivationsmethode wird Jerry Seinfeld zugeschrieben, der damit beschrieb, wie er sich motivierte, jeden Tag an seiner Karriere zu arbeiten. Gerade bei solch großen Aufgaben, bei denen das Ziel erst in ferner Zukunft liegt, ist regelmäßige Selbst-Motivation ein entscheidender Erfolgsfaktor! Wie funktioniert die Seinfeld-Kette? Man benötigt einen Kalender. Seinfeld hat einen Wandkalender genutzt, den er gut sichtbar aufhängte. Außerdem benutzte er einen dicken roten Marker, um die Tage auszustreichen, an denen er seiner Meinung nach erfolgreich an seiner großen Aufgabe gearbeitet hat. So markierte er den ersten Tag, den zweiten, den dritten...

Durch das Ausstreichen der Tage bildete sich auf dem Kalender ein geometrisches Muster. Auf seinem Jahreskalender war es eine Linie. Irgendwann kam auch bei ihm der Tag, den jeder von uns fürchtet: der Tag, an dem ihm die Lust fehlte.
Diesen Tag kennen wir alle. Es ist der Tag, an dem auch das noch so gute Zureden im Selbstgespräch nicht dazu führt, dass man beginnt, an seiner wichtigsten Aufgabe zu arbeiten. Der Tag, an dem die gefürchtete Prokrastination zuschlägt. Der Tag, an dem unser Unterbewusstes uns anschreit: "Ich will das jetzt nicht. Lass es uns morgen oder vielleicht nächste Woche machen!"
Mit Hilfe der Seinfeld-Kette hat unser Unterbewusstsein allerdings einen Gegensprecher: unser Gefühl für Ästhetik! Es sagt uns, dass eine Linie ist nur dann eine schöne Linie ist, wenn sie nicht unterbrochen wird. Sonst wäre es nur eine unordentliche, beliebig zerstückelte Strecke.
Im Konflikt mit uns selbst, bei dem Versuch uns zu motivieren, spielt plötzlich eine weitere Meinung eine Rolle: etwas in uns möchte gerne, dass die Linie ohne Unterbrechung fortgeführt wird.
Mit diesem Fürsprecher steigt die Chance, dass wir genug Energie finden, auch den heutigen Pomodoro zu starten (oder zwei, oder drei), um unser großes Ziel zu erreichen!
Eigene Standunkte überprüfen
Allerdings können uns diese festen Überzeugungen auch zum Nachteil geraten. Manchmal führt das Beharren auf einer festen Überzeugung dazu, dass man Chancen nicht erkennt. Oder schlimmer: Chancen verpasst!
Ich habe mir deshalb angewöhnt, regelmäßig meine festen Überzeugungen zu hinterfragen. Dabei nutze ich zum Beispiel die Gelegenheiten, bei denen ich in der Diskussion mit einem Freund anderer Meinung bin als er. Wenn ich mir selbst gegenüber flexibel genug bin, kann ich mir gestatten zu sagen: „Ja, er hat recht. Und mein Standpunkt ist falsch!“
Danach kann ich untersuchen, was diese geänderte Einstellung für mein persönliches Weltbild bedeuten würde. Ändert sich etwas für mich? Wird meine Welt besser oder schlechter? Werden Dinge nun möglich oder werden andere Dinge unmöglich?
Durch diese Betrachtungsweise bekomme ich die Chance, mein Weltbild auf Änderungsmöglichkeiten und vielleicht sogar auf Verbesserungspotential abzuklopfen. Und manchmal stellt sich heraus, dass eine andere Sichtweise der Dinge für mich wirklich von Vorteil sein kann. Durch meine Flexibilität und Selbstkritik verbessere ich mein Verständnis der Dinge. Und das alles zu einem äußerst geringen Preis: ich muss nur für mich allein so tun, als hätte ich in der betrachteten Frage Unrecht!
Wollen Sie es mal probieren? Okay, dann frage ich Sie: „Sind die Felder A und B in der Zeichnung unten gleich hell?“

Wenn Sie die Frage beantwortet haben, dann ändern Sie doch einfach einmal Ihren Standpunkt und überlegen Sie, was es bedeuten würde, wenn Sie damit Recht hätten. Danach schauen Sie sich vielleicht den zu dieser Grafik passenden Artikel in der Wikipedia an. Die Auflösung überrascht Sie vielleicht!
Die Pomodoro-Pause nutzen
Diese Entspannung führt jedoch nicht dazu, dass das Hirn untätig ist. Natürlich nicht! Sondern die Pause sollte dazu führen, dass wir die Fokussierung auf ein Problem nachlassen, uns entspannen und unserer gewaltigen Bio-Rechenmaschine das Abschweifen der Gedanken ermöglichen. Im entspannten Modus verarbeitet unser Hirn Informationen ganzheitlich. Es ist im „Muster-Verarbeitungsmodus“. Es stellt Verknüpfungen und Assoziationen her. Die besten Ideen kommen uns in diesem Modus.
Während eines Arbeitstages nutze ich ein oder zwei Pomodoro-Pausen, um ganz bewusst zu entspannen. Das geht recht einfach, wenn man eine bestimmte Atemtechnik nutzt. Wer fernöstliche Kampfkunst betreibt, weiss, was ich meine:
- die Füße stehen flach und fest auf dem Boden
- der Blick ist auf irgendeinen Punkt in die Ferne gerichtet
- das Körpergefühl liegt im Bauch unterhalb des Bauchnabels
- es wird langsam und tief eingeatmet, dabei wird der Luftstrom in den Körper bewusst wahrgenommen
- es wird langsam ausgeatmet
- der Kopf ist frei von Gedanken
Da die Pomodoro-Pause nur 5 Minuten dauert, kommt meist keine echte Meditation auf. Allerdings wird dem Geist auch in dieser kurzen Zeit die Möglichkeit gegeben, zu wandern und Probleme zu lösen. Nicht selten habe ich durch eine solche bewusst entspannende Pause einen Knoten lösen können, an dem ich im vorangegangenen Pomodoro vergeblich gearbeitet hatte. Probieren Sie es doch auch einmal!
Überall Daten sammeln...
Anders sieht es aus, wenn wir unterwegs sind. Egal ob wir auf einem Kundenbesuch oder beim Einkaufen sind. Egal ob wir gerade durch den Wald joggen oder in den Urlaub fahren. Überall könnten wichtige Informationen auftauchen, die in unser System sollten, ja müssen!
Für diese Fälle sollten wir die entsprechenden Routinen zur mobilen Datenerfassung etabliert haben, damit das Festhalten dieser Informationen leicht von der Hand geht und unser Kopf frei für die wichtigen Dinge ist.
Fallbeispiel: Entdeckung eines Möbelstücks
Spielen wir eine solche Situation einmal durch: Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Weg zu einem Kunden und kommen unterwegs an einem Schaufenster eines Möbelgeschäftes vorbei, in dem die Couch steht, die Sie sich gut in Ihrem Wohnzimmer vorstellen könnten. Wegen des Kundentermins haben Sie keine Zeit in das Geschäft zu gehen. Sie können die Sache im Moment nicht erledigen. Deshalb muss die Information, dass es dort einen potentiellen Couch-Kandidat gibt, in Ihr System, in Ihre Inbox. Aber wie?
Anhalten, rechts heran fahren. Notizblock hervor kramen, Titel „Couch ansehen“ notieren. Dann eine kleine Beschreibung erfassen: „grün, schicker Cordbezug, mit 4 Stahlbeinen“. Natürlich darf der Ort nicht fehlen: „Ekia Möbel, Dorftstraße 1“. Den beschriebenen Zettel nehmen wir aus dem Notizblock und legen den Block wieder zurück. Fast fertig! Denn es stellt sich nun die Frage: „Wohin mit dem Zettel?“. In die Hemdtasche? Oder in die Brieftasche? Wenn Sie sich es zur Routine gemacht haben, dass Sie Ihre Brieftasche beim Nachhausekommen in Ihre Inbox werfen, um die unterwegs angefallenen Quittungen und Bons zu verarbeiten, dann wäre das sicherlich die beste Wahl.
Es geht aber auch einfacher! Nutzen Sie Ihr Handy als Datensammler. Je nachdem was für ein Modell Sie haben, kann Ihr Handy möglicherweise Text-Notizen erfassen. Es kann vielleicht Sprachaufzeichnungen aufnehmen, was ein extrem schnelles Festhalten von Informationen ermöglichen würde! Kann es Fotos aufnehmen? Vielleicht sogar mit Ortsinformationen, die dem Foto durch den eingebauten GPS-Chip hinzugefügt werden? Sollte Ihr Handy über solche Funktionen verfügen, nutzen Sie sie. Sie haben es schließlich immer dabei! Durch die Foto-Funktion, die GPS-Funktion und durch die Sprachaufzeichnung ist es unterwegs auf jeden Fall nützlicher als ein Notizblock!
Nach diesen Überlegungen ist klar, was beim Entdecken der schicken Couch gemacht werden sollte:
- rechts heran fahren
- Handy herausholen
- ein Foto machen, auf dem die Couch und der Name des Möbelgeschäfts zu sehen ist (der Ort wird durch GPS festgehalten)
- weiter fahren
Erfasste Daten ins System bringen
Damit dieses mobile Erfassungssystem auch funktioniert, muss es in Ihre Routinen eingebaut werden. Wenn Sie Ihr Handy regelmäßig bei sich führen, haben sie einen wichtigen Teil dieser Routine schon umgesetzt. Der zweite Teil ist, die unterwegs gesammelten Daten in Ihre Ablagen einzupflegen. Mit anderen Worten: aus den Daten Referenz-Material zu machen, Projekte zu erstellen und die nächsten Aktionen festzulegen.
Wenn Sie von unterwegs zurückkehren, gehört das Handy also in die Inbox. Beim Abarbeiten der Inbox werden dann einmal alle Speicherorte auf dem Handy überprüft und deren Inhalte in das System übertragen. Nach der Übertragung werden die Daten auf dem Handy gelöscht. Alle Speicherorte des Handys (Fotos, Notizen, Sprachaufzeichnungen) müssen geleert werden und die Inhalte in das System übertragen werden. Nur wenn Sie sich immer sicher sein können, dass keine Information aus dem Handy verloren geht oder übersehen wird, werden Sie diesem starken Erfassungssystem vertrauen!
Falls Ihr Handy über die Möglichkeit der Synchronisation verfügt, um so besser! Nutzen Sie sie! Falls Sie Adressen und Kalenderinformationen auf diese Art in Ihr System übernehmen können, wunderbar! Was für eine Produktivitäts-Beschleunigung!
Nach der Übertragung der Daten in das System fällt es Ihnen leicht, die sich ergebenden nächsten Aktionen zu erfassen. Um zum Beispiel mit der Couch zurück zu kommen, würden beim Übertragen des Fotos in die Fotosammlung folgende Tätigkeiten anfallen:
- Nächste Aktion „Termin für Besuch Möbelgeschäft festlegen“ im Projekt „Wohnung verschönern“ eintragen
- Adresse Möbelgeschäft heraussuchen und in die Adressdatenbank übernehmen
- Foto in das Album „schöne Möbel“ speichern
Fertig. Alles ist an seinem Platz und der Kopf ist frei für die nächste Sache!
Meine Art mein Handy zu nutzen
Datenpflege
Ich pflege meine Kontaktinformationen, wie Telefonnumern und Adressen auch unterwegs.

Auch unterwegs können sich Termininformationen ändern. Zu- und Absagen per E-Mail oder per Telefon pflege ich zeitnah im Kalender ein. Es ist wichtig, dass mein Kalender stets aktuell ist. Es steigert meine Reputation und das Vertrauen meiner Kunden in mich, wenn ich für den Kunden gute Termine mache und ich sie immer einhalten kann.

Wer seine Gedanken auf Zettelchen notiert, der hat sicher schon einmal die Situation erlebt, dass er irgendwann einen Zettel "wieder" gefunden hat. Meist ist die notierte Information dann schon ein wenig veraltet. Anstatt zur Abhilfe alle Zettel von unterwegs in die gleiche Hosentasche zu stopfen, um sie im Büro oder zu Hause in die Inbox zu werfen, erfasse ich meine Notizen im Handy. Diese lassen sich später synchronisieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei Notizen, die zu Referenzmaterial, zu Projekten oder zu Next Actions werden, erspare ich mir die doppelte Erfassung. Die Informationen kann ich leicht per 'Copy and Paste' in mein System einpflegen.
Eine gute Notizsoftware auf dem Handy vergibt der Notiz ausserdem ein Datum und eine Uhrzeit, so dass ich diese nicht explizit erfassen muss.

Notizen können aber nicht nur textuell erfasst werden, sondern auch akustisch. Gerade wenn komplizierte oder umfangreiche Informationen schnell erfasst werden müssen, kann die Diktiersoftware punkten. Später können die Sprachnotizen in Ruhe transkribiert werden.

Ich fotografiere Gegenstände als Gedächtnisstütze oder um etwas zu dokumentieren. Ich fotografiere Visitenkarten oder Adressschilder an Bürogebäuden, um die Kontaktinformationen später zu verarbeiten. Mein Handy speichert in den Fotos mittels GPS auch den Ort der Aufnahme, so dass ich auch später noch nachvollziehen kann, wo ein Foto gemacht wurde.
Synchronisation
Mindestens genauso wichtig wie das bequeme Erfassen der Daten, ist das Übertragen in mein System. Wenn ich zurück ins Büro komme, müssen diese Daten mit ein, zwei Handgriffen vollständig und sicher synchronisiert werden. Wichtig ist mir dabei, dass alle Informationen in eine einzige Datenbank gehen. Anders ausgedrückt: ich haben genau einen Kalender, genau ein Adressbuch, genau einen Notizblock und genau eine Fotoschublade! Ich vermeide doppelte Datenhaltung.

Fazit
Moderne Handys sind geniale Helfer. Wenn wir möchten, unterstützen Sie uns bei der Pflege unserer Daten und sorgen dafür, dass unterwegs erfasste Informationen leicht in unser System eingepflegt werden können. Wenn die oben beschriebene Funktionalität gegeben ist, heisst es sie zu nutzen. Je routinierter wir diese Funktionen nutzen, desto besser der Effekt auf unsere Produktivität.
Die 2-Minuten-Regel
Außerdem sind 2 Minuten eine übersichtliche Zeitspanne, bei der man schnell auch aus dem Bauch heraus entscheiden kann: „ja, ich tue es jetzt.“

Zu den Tätigkeiten, die in der Regel sofort erledigt werden können, gehören die kurze Beantwortung einer E-Mail, der Blick auf den Kontoauszug, das Lesen eines kurzen Artikels oder das Ablegen von Referenzmaterial.
Doch was, wenn eine Aufgabe länger als diese zwei Minuten dauert? Kein Problem! Wir lernen und machen es beim nächsten mal besser! In dem Moment, in dem wir merken, dass es länger dauert, müssen wir kurz überschlagen, ob wir in zwei weiteren „Karenz-Minuten“ fertig werden. Falls ja, führen wir die Tätigkeit zuende. Falls nicht, brechen wir den Vorgang ab, speichern das Zwischenergebnis und erfassen eine neue „Nächste Aktion (NA)“.
Warum gerade 2 Minuten?
Die zwei Minuten sind willkürlich festgelegt. Wer will, kann auch mit einer Minute oder gar 30 Sekunden experimentieren. Das Kriterium für die Länge dieser Zeitspanne sollte sein, dass das Erfassen einer Tätigkeit und das Hervorholen aus seiner Liste nicht länger dauern sollte, als ihre Erledigung. Wenn man an seinem Computer innerhalb von 10 Sekunden eine „Nächste Aktion“ erfassen kann, spricht nichts gegen 30 Sekunden als Grenze.
Viel länger als 3-4 Minuten sollte die Zeitspanne jedoch nicht dauern, da man sonst Gefahr läuft, dass diese Zeitspanne immer häufiger deshalb überschritten wird, weil man sich in eine scheinbar einfache Aufgabe vertieft hat, deren Erledigung dann jedoch länger dauert.
Zwei Minuten sind schon eine guter Startwert, der natürlich nach eigenen Erfahrungen angepasst werden kann. Bei mir fallen solche 2-Minuten-Tätigkeiten häufig an, wenn ich meinen E-Mail-Eingang bearbeite oder meine Inbox leere. Der Rest kommt ins System!
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BR Alpha Sendung zum Erfolg
Leben ist Erfolg und Erfolg ist Leben! Diese Erkenntnis wird über die folgende Sendung ausgearbeitet:
