Wie magisches Denken Ihnen zu Erfolg verhilft

In meinem letzten Artikel habe ich auf ein merkwürdiges Nebenprodukt unserer Gehirn-Aktivität aufmerksam gemacht, dem magischen Denken. Unser Gehirn ist sehr routiniert beim Finden von Regeln. Es möchte Zusammenhänge zwischen den Dingen erklären und voraussagen können. Und wenn es einmal keinen Zusammenhang zwischen zwei Dingen gibt, dann kann es durchaus sein, dass unser Gehirn einfach eine Regel erfindet, die diesen Zusammenhang herstellt, selbst wenn da gar keiner ist!

Und es ist ein wahrer Meister im Erfinden von diesen virtuellen Regeln. Kennen Sie zum Beispiel diese Regeln: "Immer wenn ich meinen Regenschirm zu Hause vergesse, dann regnet es"? Oder "ich nehme den Regenschirm mit, damit es nicht regnet"?

Der aufgeklärte Mensch weiss, dass das Mumpitz ist. Ob es regnet oder nicht, hängt vom Wetter ab, und nicht von unserem Regenschirm. Aber irgendwie macht es ein gutes Gefühl, wenn man sich diesen abergläubischen Schlussfolgerungen hingibt. Und es schadet ja auch nichts, nicht wahr?
Solange Aberglaube nicht zwanghaft gelebt wird, schadet es wohl wirklich nicht. Wie im letzten Blog-Beitrag geschrieben ist meiner Meinung nach magisches Denken so lange akzeptabel, wie wir uns dessen bewusst sind und wie wir uns und unserem Umfeld damit nicht schaden.

Glücksbringer bringen Glück

An der Uni Köln haben Wissenschaftler der Sozialpsychologie nun gezeigt, dass Aberglaube durchaus einen Einfluss auf den eigenen Erfolg haben kann. Ja, es ist jetzt so zu sagen nachgewiesen, dass das Streicheln einer Hasenpfote Glück und Erfolg bringen kann.

Prof. Dr. Thomas Mussweiler und Dipl. Psych. Barbara Stoberock haben in verschiedenen Experimenten untersucht, ob der Aberglaube das Ergebnis einer zu erledigenden Aufgabe beeinflussen kann. Die genauere Beschreibung des Experiments kann man auf Science Daily nachlesen. Zusammengefasst lässt sich Folgendes sagen: Die Probanden sollten zur Untersuchung einen persönlichen Glücksbringer mitbringen. Sie wurden in zwei Gruppen geteilt, wobei einer Gruppe die Glücksbringer unter einem Vorwand vorenthalten wurden. Beide Gruppen erledigten darauf hin verschiedene Aufgaben. Die Gruppe ohne Glücksbringer schnitt insgesamt schlechter ab, als die Gruppe, die mit Glücksbringer arbeiten durfte.
Falls Sie also zu Prüfungen oder bei schweren Aufgaben normalerweise Ihren Glücks-Teddy dabei haben, dann sollten Sie darauf achten, ihn auch immer dabei zu haben. Denn wenn Sie eine schwere Aufgabe aus irgendeinem Grund einmal nicht mit Ihrem Teddy angehen, sinken Ihre Chancen auf ein gutes Ergebnis! Stoberock führt diese Erkenntnisse in einem Interview mit dem SWR anschaulich aus.

Was lernen wir Lifehacker daraus? Ganz einfach. Wer nie etwas mit Glücksbringern oder Talismanen zu tun hatte, der kann ruhig weiter ohne sie zu seinen gewohnten Erfolgen kommen. Wer jedoch bisher schon Glücksbringer oder Rituale genutzt hat, sollte tunlichst darauf achten, sie auch bei künftigen Aufgaben einzusetzen, weil die Anwesenheit des Glücksbringers tatsächlich in dem Sinne Glück bringen kann, dass statistisch gesehen der Erfolg der zu meisternden Aufgabe höher ausfallen wird, als ohne ihn!

Ist schon ein eigensinniges Organ, unser Gehirn!

Wie magisches Denken Sie begleitet

Na? Hat die Ampel vor Ihnen heute wieder auf Rot umgeschaltet, als Sie sich mit dem Wagen näherten? Macht sie das nicht fast immer? Immer dann, wenn Sie ankommen!

Sind Sie auch mal ein wenig spät zu einem Termin unterwegs gewesen, und ausgerechnet dann kreuzten sämtliche autofahrende Schnarchoiden Ihren Weg und bremsten Sie aus? Wobei natürlich auch noch mehr Ampeln als sonst auf rot umsprangen!
Haben Sie schon einmal versucht, mit einer Holland-Fahne in den Händen für Deutschland zu jubeln? Wie, das geht nicht? Das geht gar nicht?

Haben Sie gestern im Wirtschaftsteil Ihrer Zeitung die Prognosen für den heutigen Aktienmarkt gelesen? Und haben Sie heute gelesen, warum es hier und da dann doch anders gekommen ist? Und lesen Sie danach fleißig die Prognosen für den morgigen Aktienmarkt?

Risiken und Nebenwirkungen...

Eine der schlimmsten Nebenwirkungen der Arbeitsweise unseres Gehirns ist, wie Thomas Grüter es in seinem Buch nennt, magisches Denken.
Diese Nebenwirkung tritt durch eine der großartigsten Stärken unseres Gehirns auf. Es ist die unglaublich leistungsfähige Mustererkennung und -verarbeitung unseres Gehirns. Durch diese Fähigkeiten finden wir uns nicht nur in der optischen, akustischen, taktilen und olfaktorischen Welt zurecht. Nein, unser Gehirn nutzt die Mustererkennung auch, um automatisch Regeln zu produzieren und anzuwenden. Meistens für die Planung von Aktionen und künftigen Verhaltens. Bei korrekt erkannten Regeln ist das auch gut so. Merkwürdig verhalten wir uns allerdings immer dann, wenn unser Gehirn nicht genug Informationen über eine Sache erhält und trotzdem Regeln entwirft.
Dazu ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie gehen in die Spielbank an den Roulette-Tisch, setzen gleich als erstes auf die 17 und gewinnen. Beim nächsten Spielbank Besuch setzen sie wieder als erstes auf die 17 und gewinnen wieder. Ein reiner Zufall, der aber durchaus passieren kann. Frage: wie werden Sie sich verhalten, wenn Sie die Spielbank ein nächstes mal besuchen? Werden Sie nichts setzen? Werden Sie eine beliebige Zahl setzen? Ihr Gehirn hat, unterstützt vom Glückserlebnis zweier unerwarteter Gewinne, eine Gewinnregel entwickelt. Höchstwahrscheinlich wird Sie ein starker Drang dazu bringen, wieder auf die 17 zu setzen, obwohl die vernünftige Stimme in Ihnen sagt: "Das war letztens doch nur Zufall!". Magisches Denken.

Wie man Gold macht

Wenn ich das Wort "Magie" höre, denke ich an Harry Potter, an Zauberer, Hexen und Alchemisten. Alchemisten waren Menschen, die potenten Geldgebern versprachen aus wertlosen Stoffen reines Gold zu machen. Man munkelt, dass die Alchemisten sogar selbst daran glaubten, so etwas hin zu bekokmmen. Wir modernen Menschen wissen, wie diese Geschichte ausgegangen ist und können darüber heute nur lachen: Die Geldgeber wurden immer ärmer und die Alchemisten konnten dem Auftraggeber natürlich kein Gold aushändigen. Einfach lächerlich, diese unaufgeklärten, dummen, mittelalterlichen Menschen!

Wo wir gerade bei Gold sind, fällt mir ein: haben Sie in Zeiten der Finanzkrise zur Absicherung auch in Gold investiert? Haben Sie sich dabei den Goldbarren aushändigen lassen und in Ihren Schrank gelegt oder hat Ihnen der Banker ein Zertifikat aus Papier gegeben? Schauen Sie mal nach! Falls Sie keinen echten Goldbarren im Schrank liegen haben, dann sollten Sie den vorherigen Absatz über die an Magie glaubenden Auftraggeber der Alchemisten noch einmal in Ruhe durchlesen. Hier noch ein kleiner Hinweis von mir: ein Stück Papier ist kein echtes Gold.
Es tut mir leid Ihnen das sagen zu müssen, aber Sie werden recht dumm aus der Wäsche schauen, wenn alle Zertifikats-Besitzer ihr Gold wirklich haben wollen, um es in den Schrank zu legen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie so einfach an einen echten Goldbarren kommen werden. Aber wir wollen dem Banker natürlich gerne glauben, dass er Ihr teuer gekauftes Stück buntes Papier jederzeit in echtes Gold verwandeln kann. Magisches Denken.

Was machen wir damit?

Magisches Denken ist in uns. Es ist Teil des Menschseins. Ob sich magisches Denken in Religion, im Glauben an bestimmte Heilverfahren, durch Ufologie, in den Prognosen der Aktienmärkte oder beim Autofahren manifestiert. Es ist nur die individuelle Ausprägung dieser Nebenwirkung der Arbeitsweise unseres Gehirns. Eine Holland-Fahne ist nüchtern betrachtet nur bunt bedruckter Stoff, der sich sehr wohl zum Jubeln und Winken eignen kann. Aber wir interpretieren Dinge hinein. Magie kann uns stärken und schwächen. Sie kann gut für uns sein und sie kann schlecht für uns sein. Wenn wir wissen, dass wir recht oft magisch denken, haben wir die Wahl der Magie zu folgen, oder uns schmunzelnd anderen, wichtigeren Dingen zuzuwenden.

Zum Abschluss noch ein Link auf einen schönen, englisch-sprachigen TED-Talk von James Randi über sogenannte Magier und den unbegründeten Glauben an Dinge.

Die beste Art der Selbst-Motivation

Generationen von Motivations-Künstlern haben es uns eingetrichtert: "Tschakka! Ich werde es schaffen!" Mit viel Klimbim und Getöse touren sie durchs Land. Sie verkünden, dass, wer etwas schaffen will, positiv denken muss. Sich sagen muss: "Ich werde es schaffen!"
Wenn es Ihnen wie mir geht, dann wissen Sie, dass es bei solchen Veranstaltungen zwar bewegende, gruppendynamische Effekte gibt. Wir Menschen sind schließlich soziale Wesen. Aber spätestens nach einmal Schlafen kommt die Ernüchterung. Das Strohfeuer der Begeisterung ist abgebrannt. Ich werde es schaffen? Ja sicher, morgen vielleicht...

Das Problem mit dieser Art der Motivation liegt darin, dass unser Gehirn zu schlau für solche Tricks ist. Es durchschaut die oberflächliche Intention, rechnet kurz Anstrengung und Gewinn der Aufgabe durch und entscheidet dann unabhängig von sämtlichen Tschakka-Gehampel.

Was ist der beste Weg, sich zu motivieren?

Als erste Voraussetzung ist es notwendig, sich über das Warum im Klaren zu werden. Warum wollen oder sollen Sie etwas tun? Manchmal ist es wirklich schwierig herauszufinden, worin der Sinn des Ganzen liegt. Warum gerade Sie, gerade jetzt, gerade hier, gerade diese Sache? Ohne diesen Sinn herausgefunden zu haben, werden Sie keine eigene innere Motivation für die Erledigung der Aufgabe entwickeln können. Nachdem Sie den Grund für Ihr Tun kennen, sollten Sie noch ermitteln, ob Sie zu der ganzen Aktion auch YES sagen können.
Wenn Ihnen klar ist, dass Sie die Aufgabe erledigen, weil Sie selbst es wollen, dann sind Sie schon auf dem richtigen Weg. Aber was, wenn Sie trotzdem nicht motiviert sind? Positiv denken? Nach dem Motto: "Ich werde es schaffen"?
Häufig wird empfohlen sich zu Motivations-Zwecken den fertigen Endzustand vorzustellen. Diese mental vorgezogene Erledigung der Aufgabe soll motivieren wirken.
Eine jüngere Untersuchung scheint nun aber zu zeigen, dass dieser Tipp nicht optimal wirkt. Es scheint tatsächlich viel eher so zu sein, dass nicht die Vorstellung "Ich werde es schaffen!" die besten Erfolgsaussichten bringt, sondern viel mehr die sich selbst gestellte Frage: "Werde ich es schaffen?"

Wer fragt ...

Wie Science Daily meldete, hat ein Team um Prof. Dolores Albarracin an der Southern Mississippi University Experimente durchgeführt. Es wurde untersucht, ob man sich bei konkreten Aufgaben besser dadurch motiviert, dass man sich sagt: "Ich schaffe es!" oder ob es Erfolg versprechender ist, wenn man sich die Frage stellt: "Schaffe ich es?".

Das erstaunliche Ergebnis ist, dass die Frage das bessere Ergebnis liefert. Die Ergebnisse scheinen darauf hin zu deuten, dass die intrinsische Motivation, also der eigene innere Antrieb, mehr durch das in Frage stellen des Erfolgs gefördert wird, als durch die platte Behauptung, dass man die Aufgabe schaffen werde.

Gehirn
Meiner Meinung nach, deckt sich diese Beobachtung mit den aktuellen Hypothesen, wie das Belohnungssystem in unserem Gehirn funktioniert. Ein Aspekt dabei ist, dass unser Gehirn sich belohnt, wenn ein Handlungs-Ergebnis besser als erwartet ist. Und genau diese Situation tritt dann ein, wenn man sich fragt, ob man eine Aufgabe schafft und diese dann tatsächlich schafft. Unser Gehirn mag so etwas!

Wenn ich mir aber von vorne herein sage, dass ich es schaffen werde, dann kann die Belohnung im Gehirn nicht mehr so hoch ausfallen, weil ja genau das vorher gesagte Ergebnis eingetreten ist! Es gibt keine positive Überraschung, wenn ich sage ich schaffe es und ich es dann wie vorhergesagt schaffe. So eine Situation ist für unser Gehirn wirklich langweilig. Solche langweiligen Situationen mag es überhaupt nicht. Es meidet sie.

... bekommt eine Antwort

Was lernen wir Lifehacker daraus? Schicken wir den nur oberflächlich wirkenden Schlachtruf "Ich werde es schaffen!" in die Versenkung! Statt temporäre Euphorie-Stimmung herbei zu führen, fragen wir uns lieber: "Werde ich es schaffen?" Fragen wir uns eine kurze Minute lang, ob wir eine Aufgabe schaffen werden. Lassen wir zu, dass das künftige Ergebnis unseres Handelns besser ausfallen kann, als wir es uns momentan vorstellen.
Unser Gehirn wird in dieser kurzen Minute erkennen, dass die Chance auf einen Dopamin-Trip besteht. Diese Chance wird es nicht verstreichen lassen und sich selbst mit der Überraschung belohnen, die gestellte Aufgabe tatsächlich zu erledigen.

Unser Gehirn ist nun mal der beste Erfolgs-Junkie des Planeten!

Sie und Ihr Gehirn lieben die Natur ...

... und Ihr Gehirn belohnt Sie, wenn sie sich nach draußen begeben!

Ich hatte bereits im Blog-Beitrag "Ein grüner Arbeitsplatz ist ein guter Arbeitsplatz" ausgeführt, warum es sinnvoll ist, sich im Büro mit Pflanzen zu umgeben. Dort riet ich, dass Sie an Ihrem Arbeitsplatz für einen Blick auf eine Landschaft oder wenigsten auf gesunde Pflanzen sorgen sollten.

Natur Estland von Robert Marschelewski / DevilStar (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Natur_Estland.jpg)
Das Webportal Science Daily verweist auf eine aktuelle Meta-Studie aus März 2010, die meine Überlegungen in etwa bestätigt. Diese Meta-Studie zeigt, dass Sie sich mit nur 5 Minuten in der Natur eine direkte, starke, positive und vor allem nachhaltige Wirkung auf Ihr Empfinden und Ihr Selbstwert-Gefühl verschaffen können.
Dabei ist es egal, ob Sie draußen Gartenarbeit durchführen, ein wenig Joggen, gemütlich Spazierengehen oder einfach nur auf einer Parkbank sitzen und die Umgebung auf sich wirken lassen. In allen Fällen lässt sich die Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit feststellen. Außerdem steigert sich Ihr Selbstwert-Gefühl nachweislich. Eine kostenlose Premium-Wirkung erhalten Sie, wenn Sie sich in der Nähe von Wasser aufhalten. Wasser steigert den positiven Effekt noch einmal!

Es kann also extrem einfach sein, sich einen Power-Boost für das Selbst-Empfinden zu geben: "Rein in die Schuhe und raus aus der Hütte!"

Falls Sie es also heute noch nicht gemacht haben: Gehen Sie, jetzt!

SMARTY Ziele

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In nahezu jedem Zeit-Management-Seminar wird für das Formulieren von Zielen die SMART-Methode vorgestellt. SMART steht dabei für die Kriterien, die dabei helfen, Ziele eindeutig und überprüfbar zu definieren (siehe Wikipedia-Artikel). Wenn wir unsere Ziele nach der SMART-Methode beschreiben, haben wir tatsächlich schon einen großen Schritt in die richtige Richtung getan, denn wir legen uns schriftlich in einer Form fest, die unser Ziel konkret und überprüfbar darstellt. Aber was im betrieblichen Umfeld recht gut funktioniert, scheitert häufig in persönlichen Projekten. Denn den SMART-Kriterien fehlt etwas Entscheidendes!

Schlaue Ziele: SMART


SMART steht für folgende Kriterien:
Spezifisch
Wir beschreiben das Ziel präzise. Durch unsere eindeutige Beschreibung wird klar, was wir erreichen wollen. Die Beschreibung lässt keinen Spielraum für Interpretationen.
Messbar
Das Ziel wird durch konkrete Mengen- oder Größenangaben beschrieben. Anhand dieser Zahlen können wir nicht nur erkennen, wann wir das Ziel erfüllt haben. Sie geben uns auch die Möglichkeit, Zwischenstände zu überprüfen.
Angemessen
Das Ziel ist im Vergleich zum Aufwand akzeptabel. Die notwendigen Anstrengungen zur Erreichung des Ziels stehen im Einklang mit unseren anderen Verpflichtungen.
Realistisch
Das Ziel ist grundsätzlich erreichbar. Es handelt sich nicht um ein reines Hirngespinst. Das Ziel passt in unser Umfeld.
Terminiert
Wir legen einen Abschlusstermin fest. Durch diesen Termin können wir den Fortschritt und die Fertigstellung überprüfen.
Diese anerkannte Methode hilft seit Jahrzehnten nicht nur Projektleitern sondern auch uns Selbst-Managern Ziele nicht nur im Auge zu behalten, sondern den Weg zum Ziel und die Zielerreichung überprüfbar zu machen.
Allerdings ist diese Methode, wenn es um die Planung der eigenen, persönlichen Ziele geht, unvollständig. Ich behaupte, dass diese Methode sogar so unvollständig ist, dass der wichtigste Aspekt für den Erfolg unserer persönlichen Projekte fehlt!

Denn es gibt riesige Unterschiede zwischen persönlichen Projekten und Projekten, die im betrieblichen Umfeld durchgeführt werden. Sobald - wie bei betrieblichen Projekten üblich - externe Beteiligte eingebunden sind, entsteht eine besondere Arbeits-Situation: es entstehen Verpflichtungen gegenüber den Projekt-Partnern. Dem Kunden fühle ich mich immer verpflichtet. Wenn ich das Projekt nicht erfolgreich zu Ende führe, wird er verärgert sein. Wahrscheinlich wird er keine weiteren Projekte mit mir durchführen wollen. Wenn ich in einem betrieblichen Projekt meine Aufgaben nicht erledige, dann könnten mein Chef oder meine Kollegen sauer werden. Das ist ebenfalls nicht gut.
Kurz: wann immer ich drohe zu versagen und ich damit die Erfüllung der Projektziele gefährde, gibt es Kräfte, die mich mit meiner Projektarbeit vorantreiben. Mein Chef, meine Kollegen, meine Kunden. Die Verpflichtungen geben mir die Kraft, meine Krise zu meistern. Das Projekt wird durch diese Einflüsse fortgeführt. Ich bleibe bei der Stange und mache weiter.

Schmackhafte Ziele: SMARTY


Smarties(europe)
Doch wie sieht es mit meinen persönlichen Projekten aus? Ob ich etwas Neues lernen möchte, um beruflich voranzukommen oder vorhandene Fähigkeiten verbessern möchte. Ob ich neue Fachgebiete kennen lernen möchte oder vorhandene Kenntnisse vertiefen will. Ich stehe eigenverantwortlich mit meinem Projekt in der Welt. Alleine. Meine Verpflichtung bin ich nur mit mir eingegangen. Niemand ist da, der mich direkt oder indirekt antreibt mein Ziel zu verwirklichen. Und das werde ich nur dann erreichen, wenn ich es auch wirklich möchte! Wenn ich den Weg, den ich eingeschlagen habe, auch bis zum Ende gehen will.
Dieser Aspekt fehlt in der herkömmlichen SMART-Aufstellung. Das Kriterium, dass ich selbst derjenige bin, der überzeugt davon ist, dass ich das Ziel erreichen will. Es fehlt mein unbedingtes, persönliches Ja zum Ziel, zum Projekt.
Yes
Ja, ich will es! Ich möchte es! Ich stehe einhundertprozentig hinter dieser Sache! Es ist meine Sache! Ich will diese Sache realisieren, weil ...

Ein persönliches Projekt werde ich nur dann erfolgreich durchführen können, wenn ich mich persönlich dazu bekenne und wenn ich mich aus Überzeugung an das Projekt binde. Deshalb muss für eigenen Projekte die SMART-Methode erweitert werden: wir wenden die SMARTY-Methode an!
Ohne das "Yes" aus der SMARTY-Methode ist der einzige Antrieb das Projekt durchzuführen Ihre Selbstdisziplin, Ihr persönlicher Ehrgeiz. Das kann funktionieren. Oft tut es das auch. Aber wir alle wissen, dass es mit der Selbstdisziplin nicht jeden Tag so gut bestellt ist, wie man es sich wünscht! Und gerade bei Projekten, die nicht aus rein eigenem Antrieb gestartet werden, droht die Gefahr, dass sie nicht realisiert werden, weil man nicht aus eigener Kraft aus einer Krise kommt, ja, es unbewusst vielleicht auch gar nicht will! Ergänzen Sie also Ihre Projekt-Kriterien um den Punkt, der beschreibt, warum Sie - und nur Sie - gerade dieses Projekt realisieren wollen. Dokumentieren Sie Ihr Yes! Halten Sie schriftlich fest, warum Sie dieses Projekt durchführen, dieses Ziel erreichen wollen!

Die nächste Aktion


Zum Abschluss ein Tipp für Ihre laufenden Projekte. Nehmen Sie sich bei der nächsten Wochendurchsicht Ihre Projektliste und überprüfen Sie jedes einzelne Projekt, ob es das Yes-Kriterium erfüllt. Wenn ja ist alles in Ordnung! Sie werden das Projekt erfolgreich beenden. Das geht fast automatisch, weil jede Faser in Ihnen das Ziel erreichen möchte.
Wenn nicht, oder wenn auch nur Zweifel am Yes auftauchen, gibt es zwei Möglichkeiten:
  • bei leichten Zweifeln: stoppen Sie das Projekt und verschieben Sie es auf Ihre Irgendwann-Liste. Es geht nichts verloren, da Sie Ihre Irgendwann-Liste regelmäßig überprüfen. Machen Sie sich frei von diesem Projekt, das Sie - zur Zeit - nicht wirklich wollen. Es wird Ihnen augenblicklich eine Last von den Schultern genommen.
  • bei starken Zweifeln oder einem inneren Nein zum Projekt: Werfen Sie das Projekt weg. Weit weg! So weit, dass Sie es nicht mehr sehen können! Verfahren Sie nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn! Vernichten oder archivieren Sie sämtliche Aufzeichnungen und überflüssig gewordenes Referenz-Material. Tragen Sie auf Ihre heutige Aufgabenliste ein: "Projekt XXX endgültig begraben. Fertig!"

Wenn Sie künftig Ihre Projekte nach der SMARTY-Methode definieren, dann liegt der Unterschied zur SMART-Methode nicht nur im Hinschreiben eines Y. Durch das Ermitteln Ihrer inneren Zustimmung zum Projekt und durch das schriftliche Fixieren dieser Zustimmung schaffen Sie eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Projekts.
Lauschen Sie immer in sich hinein. Wenn Sie ein gutes Gefühl dabei entdecken, haben Sie schon halb gewonnen.

Ein grüner Arbeitsplatz ist ein guter Arbeitsplatz

Wollen Sie nicht den Winter in Gedanken einmal hinter sich lassen? Stellen Sie sich doch einmal vor, es wäre Frühling oder Frühsommer. Die Sonne scheint. Sie sind draußen. Die warme Luft streift über Ihr Gesicht. Das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Insekten schweben geschäftig kreuz und quer durch die Luft.
Stellen Sie sich vor, Sie würden auf einer leichten Anhöhe stehen. Sie blicken hinab auf eine saftige, grüne Wiese. Ein kleiner Bach schlängelt sich dort unten entlang. Am Rand eines bestellten Ackers stehen ein paar vereinzelte Obstbäume, deren Kronen sanft im Wind wiegen. Dieser Ort lädt zum Rasten ein.

Haben Sie dieses Bild? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, es zu genießen. Schließen Sie Ihre Augen. Lassen Sie im Geiste die schönste Landschaft erscheinen, die sich sich ausdenken können. Riechen Sie die Sommerluft? Hören Sie das Zirpen, Zwitschern und Rascheln der geschäftigen Natur? Achten Sie auf das Plätschern des Bachs. Spüren Sie die warme Sonne auf Ihrem Gesicht? Vielleicht wollen Sie jetzt einmal tief durchatmen und sich beim Anblick dieser Idylle einfach wohl fühlen?

Dieses heimelige Gefühl, das der Anblick einer gepflegten Landschaft in unserem Kopf auslöst, die Ruhe, die ein langsam fließender Bach ausstrahlt, die Zuversicht, die ein bestellter Acker in uns auslöst. All diese Dinge berühren uns in unserem tiefsten Inneren. Es ist eine Erbschaft des jahrtausende alten Überlebenskampfes der Menschheit aus der Zeit, als unsere Ahnen noch in und mit der Natur gelebt haben. Als es für uns Menschen noch um das Überleben ging. Eine Zeit, in der das Wasser eines Bachs zum Leben notwendig war. In der die Gemeinschaft das Land bestellte und damit dem Einzelnen Nahrung und Schutz bot.

Diese Zeiten sind in unserer westlichen Welt natürlich schon lange vorbei. Das Erbe dieser alten Zeiten schlummert jedoch in uns. Es ist noch da. In jedem von uns.

Auch wenn heute moderne Stahl- und Glaspaläste unser Zuhause sind. Unsere Natur können wir auch im 21. Jahrhundert nicht ignorieren. Wir mögen Landschaften, die Hinweise auf Wasser und Nahrung geben. Landschaften, die Schutz und damit Sicherheit versprechen. Landschaften, denen man ansieht, dass sie von einer menschlichen Gemeinschaft geformt wurden.
Ja, wir lieben schöne Landschaften. Allerdings ist uns modernem Menschen das nicht immer bewusst. Ab und zu wird es jedoch offenkundig. Spätestens dann, wenn wir tief in unsere Geldbörse greifen, um den nächsten Urlaub in einer schönen Gegend zu buchen, nicht wahr?

Aber wie sieht unser heutiger Arbeitsplatz aus?

Die Eindrücke einer guten, einer schönen Landschaft sind aus unserer modernen Bürowelt verbannt. Unsere Arbeitswelt wird von nackter Funktionalität regiert. Ebene, farblose Flächen bestimmen das Antlitz unserer Büros. Die kahlen, leeren Flächen, die schlechte Luft und die rasselnden Lüfter der PCs verwirren unsere Sinne, statt sie zu beruhigen. Statt von Luft, Wasser, Tieren und Pflanzen sind wir umgeben von seelenlosen Dingen wie Telefonen, Tastaturen und Stahlschränken.

Ist das gut so? Nein, natürlich nicht!

Der ältere Teil unseres Gehirns scheint für uns unbewusst laufend auf der Suche nach Hinweisen zu sein, die Anzeichen für Sicherheit und Geborgenheit in unserer Umgebung sein könnten. Diese gibt es aber in der künstlichen Bürowelt nicht und so sucht es weiter und wir sind nicht 100% bei unserer Arbeit.
Anders lässt sich die Beobachtung wohl kaum erklären, dass in Versuchen gemessen werden konnte, dass die Effizienz der Arbeit in Räumen mit Pflanzen signifikant höher ist, als in Räumen ohne Pflanzen.

Sicher hat jeder von uns schon einmal gelesen, dass Planzen die Büroluft reinigen und viele Menschen Pflanzen im Büro einfach mögen. Neurobiologen liefern eine weitere Erklärung für den positiven Effekt von Pflanzen. Sie vermuten, dass Pflanzen Assoziationen an Landschaften wecken. An jene kultivierte Landschaften, die das oben beschriebene Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft erzeugen.
Dieses Gefühl bewirkt, dass Sie sich die Ruhe und Gelassenheit auf etwas anderes als das reine Überleben konzentrieren können, zum Beispiel auf Ihre Arbeit.

Warum stellen Sie daher nicht einfach einige schöne Pflanzen in Ihrem Blickfeld auf? Schon ein paar grüne Topfpflanzen sind ausreichend und zeigen Wirkung. Je gepflegter die Pflanzen aussehen, desto besser.
Um seine Pflanzen gedeihen zu lassen, reicht in der Regel ein helles Plätzchen. Wenn Sie zwei bis dreimal in der Woche ein wenig Wasser geben, ein paar Blätter zupfen, und ein paar nette Worte an die Pflanze richten, wird sie es Ihnen mit gesundem Wachstum danken. Ich halte es zum Beispiel so, dass ich diese Pflege gerne in einer der vielen Pomodoro Pausen erledige.

Weiterführende Lesehinweise:
Der Einfluss unserer Herkunft auf unseren Arbeitsplatz:
http://www.gartentechnik.de/News/2005/10/27/neandertaler_am_schreibtisch/

Dr. Manfred Spitzer über die Wirkung der grünen Natur auf uns Menschen:
http://www.schattauer.de/en/magazine/subject-areas/journals-a-z/nervenheilkunde/contents/archive/issue/988/manuscript/12196/download.html

Pomodoros nach iCal importieren

(please see some english explanations here)

Für den Mac gibt es seit einiger Zeit einen wirklich guten Pomodoro-Timer: Pomodoro Desktop.

Er ist minimalistisch zu bedienen und daher effizient. Das Programm speichert seine Daten in einer handlichen sqlite-Datenbank. Neben dem Zeitstempel, der den Startzeitpunkt des Pomodoros beschreibt, wird noch eine Spalte mit der Beschreibung des Pomodoros gespeichert. Durch folgendes Query, welches in einer Zeile in einem Terminalfenster eingegeben werden kann, wird der Datenbank-Inhalt angezeigt:

echo "select datetime(ZWHEN, 'unixepoch', '+31 years'),ZNAME from zpomodoros;"|sqlite3 $HOME/Library/Application\ Support/Pomodoro/Pomodoro.sql

Die Ausgabe könnte daraufhin wie folgt aussehen:

2010-02-03 13:29:58|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 14:06:18|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 15:12:57|$CUSTOMER $PROJECT Todos
2010-02-03 15:43:12|$CUSTOMER $PROJECT Image kopieren
2010-02-03 16:28:31|Planung Inhalte Seminar JuF
2010-02-03 17:09:09|Planung Inhalte Seminar JuF
2010-02-04 13:15:35|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 13:45:52|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 14:16:15|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-04 14:46:36|$CUSTOMER: Arbeiten am Image
2010-02-07 07:12:03|Inbox: E-Mails bearbeiten

Ein Freund und ich haben nun ein kleines Applescript erstellt, das per Doppelklick die gesammelten Pomodoro-Daten in eine Kalender-Datei (ics) speichert.

Diese Datei kann dann bequem in iCal eingelesen werden:

import-dlg


Der Dialog bietet die Wahl, ob man einen neuen Kalender erstellen möchte, oder die Pomodoros in einen vorhandenen Kalender eingelesen werden sollen. Danach kann die mit Pomodoros verbrachte Zeit in iCal angezeigt werden:

Pomodoros-iCal

Das Applescript liegt in einem Zip-Archiv vor und kann hier herunter geladen werden. Nach dem Herunterladen kann das Archiv durch einen Doppelklick entpackt werden. Die so entstandene Datei Pomodoro2Desktop kann mit dem Finder an einen beliebigen Ort gespeichert werden.

Viel Spaß damit!

Sneak Preview

Ich habe in diesem Blog schon öfter davon geschrieben, dass es in diesem Jahr eine neue Seminar-Reihe von mir geben wird, die das Selbst-Management in der Welt des 21. Jahrhunderts ankommen lässt. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, aber für alle, die zwischendurch bei mir nachfragen, hier ein paar Informationen.

Warum die neue Art Zeit- und Selbst-Management?


Wir haben mit einem großen Handicap zu kämpfen: Unsere Eltern haben uns auf diese Welt nicht vorbereiten können. Es gab diese unsere Welt so früher nicht. Wir haben heute nicht nur mehr und andere Kommunikationskanäle wie Twitter, Blogs, Chat, SMS, mobile Telefone, mobile E-Mail. Nein, es bilden sich auch neue soziale Strukturen, in die wir uns einfügen. In denen wir uns bewegen. Wir arbeiten und leben im globalen Dorf. Orte werden immer bedeutungsloser, die zeitliche Struktur unserer Gesellschaft ändert sich radikal. Unsere Eltern konnten sich so etwas nicht im Traum vorstellen!

Es entsteht Neues!


Der neue soziale Flow, der durch Web 2.0, Twitter und Co. global entsteht, ist etwas gänzlich Neues, etwas Einmaliges, etwas Wunderbares und etwas Wundersames!
So etwas hat es auf der Welt bisher nicht gegeben! Es entstehen neue Formen von Meinungs- und Willensbildung, neue soziale Belohnungs- und Bestrafungssysteme. Wer meint, der Mensch des 3. Jahrtausends lebt genauso, wie im 2. Jahrtausend, nur schneller, der irrt! Der irrt gewaltig.
Ja, alles scheint schneller, und anders! Und trotzdem erwartet diese sich ändernde Welt von uns, dass wir sie meistern. Und wir erwarten natürlich auch von uns selbst, dass wir sie meistern!

Selbst- und Zeit-Management 2.0


In den Seminaren werden neueste Erkenntnisse aus der Neuro- und Chrono-Biologie eingesetzt, um das Selbst-Management auf die neuen Gegebenheiten anzupassen. Wo früher Pufferzeiten und Prioritäten gelehrt wurden, stehen jetzt Timeboxes und Kontexte. Wo das Eisenhower-Prinzip gelehrt hat, dass zuerst das Dringende und Wichtige erledigt werden muss, werden Wege gezeigt, wie Wichtiges nicht zu Dringlichem wird. Wo ausufernde Aufgabenlisten dazu führten, dass man sich verzettelte, zeigen neue Selbst-Management Techniken wie GTD, ZTD oder Autofocus, dass man nicht nur den Überblick, sondern auch die Oberhand bewahren kann.

Bei der Konzeption der neuen Seminarreihe wurde besonderen Wert auf den Lerntransfer gelegt. Durch eine neue Transfertechnik wird es den Teilnehmern unvergleichlich leicht gemacht, die vermittelten Erkenntnisse und das Wissen in ihrem Alltag ohne große Anstrengung anzuwenden. Hier steht und fällt der Erfolg eines jeden Seminars. Wir haben einen Weg gefunden, genau diesen Punkt zu verbessern.

Noch ist es nicht ganz soweit, über Termine zu sprechen. Die Planungen und Verhandlungen laufen. Abonnieren Sie diesen Blog oder meine Tweets, um auf dem Laufenden zu bleiben. Oder schicken Sie mir eine Nachricht über das Kontaktformular.

Bis bald!
Ihr Karsten Schulz